Zweiter Beitrag/Erste Woche,

Montag haben wir angefangen die Arbeiten am Hope Center und am Grundstück fortzusetzen.
Als wir Scovia (Mitarbeiterin von ‚BoHU‘, meine neue und einzige Freundin ;D) und ich, gegen 11:00 ankamen, haben die Männer einen Großteil der Wiese gedrescht und das Loch für die Toiletten war bereits in Arbeit. Es fängt langsam aber stetig an. Erstens weil wir auf Material warten und zweitens weil wir u.a Arbeiter aus dem nächsten Dorf haben, welche gerne viel selbst gebrannten, hochprozentigen Alkohol trinken (so wie ich das verstanden habe arbeiten sie kostenlos, können dann aber ihre Kinder auf die Schule gehen lassen). Aber versteht mich nicht falsch, sie sind sehr lustig und freundlich und wenn das Material da ist und mehr Geld für Arbeiter, kann es richtig losgehen.
Wir haben dann die nächsten vier Stunden das Gras zu Haufen gerecht und verbrannt. Ein kleiner Junge war die ganze Zeit bei uns und Spielte mit meinem mitgebrachten Volleyball.
Nach vier Stunden Arbeiten, Ballspielen und Päuschen fuhren wir mit dem ‚Boda Boda‘ (Motorradtaxi) nach Hause. Alle Kinder die mich sehen freuen sich und rufen ‚Mzungu‘ (Weiße) und ‚how are you, how are you?‘. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt und grinse jedes Kind an, was dann anfängt begeistert zu lachen.
Insgesamnt kann ich sagen, dass ich schon gut angekommen bin. Sonntag habe ich einen Wasserfall (Sezibwa falls) besucht. Scovia hatte keine Zeit mitzukommen, also schrieb sie mir im Detail auf mit welchem Gefährt (Boda Boda für kurze Strecken oder Taxi für längere Strecken) ich für wie viel Uganda Schilling (damit ich mich nicht abzocken lasse.. denn Weiße sind allgemein Reich..;)) von A nach B komme und wieder zurück. Damit ich auch ganz auf der sicheren Seite bin, gab sie mir noch ihr zweites Handy und Isaac und Sie riefen mich alle 30 Minuten an, ob alles okey sei.
Ich fand es total toll alleine unterwegs zu sein. Man sieht gleich alles irgendwie anders. Das erste Problem war allerdings schon im Sammeltaxi, da es keine gekennzeichneten Haltestellen wie bei uns gibt. Das Taxi rast die Straßen lang und sobald jemand gesehen wird, der zu Fuß unterwegs ist, wird wild gehupt. Wenn der ‚Angehupte‘ keine Lust mehr auf laufen hat, winkt er und prompt hält das Taxi an und weiter geht die Fahrt. Jedenfalls wusste ich zwar den Namen des Dorfes wo ich aussteigen sollte, aber nicht wie ich es erkennen soll. Eigentlich sind immer alle sehr hilfsbereit, vor allem die Männer (die sind aber auch ständig dem Geld hinterher), aber ich hatte leider eine sehr zurückhaltende oder auch abweisende Sitznachbarin und als ich sie fragte, wo wir seien und wie weit es noch bis nach Kayanja sei, brummelte sie nur etwas undeutliches und wandte sich ab. Ich entschied mich dafür, mich darauf zu verlassen, dass mir der Taxifahrer oder sein Gehilfe/Geldeinsammler bescheid geben würde. Diesmal war das Glück auf meiner Seite. Von Kayanja nahm ich ein Boda Boda Richtung Einöde. Wir fuhren ca. 10 Minuten an Feldern und Hütten vorbei und schwuppdiwupps- schon waren wir da. Jetzt kam mein nächstes Problem. Scovia hatte wohl vergessen mir aufzuschreiben, dass ich Eintritt zahlen muss. Und zwar 10.000 UGX. Die hatte ich gerade mal dabei.. hätte also kein Geld mehr um zurück zu fahren. Da stand ich also als pleite Weiße und der Wärter hatte dann Mitleid und ließ mich für 5.000 UGX den Eintritt gewähren. Es war ein Park, mit einem Wasserfall und Wiesen zum Picknick machen o.ä. Es war eine schöne Abwechslung zum Staub und Lärm. Außerdem konnte ich mich gut Sonnen.. 🙂
Heimwärts musste ich bis nach Kayanja laufen, weil die Boda Boda’s nicht in der Einöde auf Kundschaft warten. Ich fands aber total schön ein wenig zu laufen. Alle die an mir vorbeikamen, riefen freundlich ‚how are you?‘ und grinsten.
Jedenfalls kam ich gut Zuhause an.
Dienstag, 13.01, haben wir wieder gearbeitet. Wir haben Mais geerntet, Pflanzen gegossen und wieder gerecht und das Gras verbrannt. Abends ist Material für die restlichen Böden angekommen. Bin mal gespannt wie es morgen weiter geht.
Dienstag Nacht sind wir ausgegangen. Dienstag ist die ‚Clubnacht‘. Als wir durch unsere Straße Richtung Stadt liefen, war diese wie leergefegt. Jeder geht Dienstag Nacht feiern. Es war auch echt gut. Ich war die einzig Weiße in dem Club und hatte erst schiss, dass ich mich spätestens beim tanzen blamiere.. Aber nein, hat total Spaß gemacht. Ich wurde von Isaac, Scovia und Freunden der beiden ziemlich gut bewacht.. Kam mir jemand zu nahe, wurde dieser weggeschickt. Das war mir unangenehm, weil es eigentlich alles nette Menschen waren die einfach nur tanzen wollten. Ein nettes Mädchen habe ich kennengelernt, wir wollen uns nächste Woche wieder dort sehen.
Über heute, Mittwoch 14.01, gibt es nicht viel zu sagen. Nur: Kater, ewige Fahrt nach Kampala, alles was ich erledigen wollte hat nicht geklappt und ewige stinkige Fahrt zurück.. 😉

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Scovia und eine weitere Mitarbeiterin (leider Namen vergessen..). Ihr seht, das Gras ist weg 😉

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Mit dieser Hacke, hat der Mann das ganze Grundstück vom Gras befreit!!

Bis nächste Woche,
Charlotte

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2 Gedanken zu „Zweiter Beitrag/Erste Woche,

  1. Anika Rössler

    Hey meine Süße, freut mich total von dir zu lesen und hoffe alles wird sich weiter so positiv entwickeln. Lass bald wieder was von dir hören. Kuss, Ani

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