Zweite Woche 15.01/erster Eintrag

Donnerstag und Freitag haben wir weiter gearbeitet. Das Gras ist weg, die Böden sind in Arbeit und sehen schon nach was aus und das Loch für die Toiletten ist auch bald fertig. Es muss ca. 50 Meter tief sein.

DSC_4307 DSC_4309

Donnerstag liefen Scovia und ich wieder vom Hope Center, welches sehr abgelegen liegt und man daher kein Boda Boda bekommt, in die nächste Stadt, Kalaja. Scovia musste zum Friseur. Ich wartete draußen und wurde von den Kindern beobachtet. Es wurden immer mehr. Sie schlichen an mir vorbei und schauten mich dabei verstohlen an. Wenn sie merkten, dass ich sie sehe und sie dann anlächelte, grinsten sie glücklich und kamen ab jetzt öfter vorbei. Immer das selber Spiel. Eine kleine Gruppe von 2-3 Jährigen, ca. 20 Meter von mir entfernt schauten mich an und glucksten die ganze Zeit rum. Sie hatten sich ein paar Müllsäcke geholt, schlüpften in diese und hoppsten rum. Der mutigste rief immer wieder ‚how are you‘ und ich ‚I am fine‘. Als ich dann nicht mehr rüberrufen wollte, zeigte ich den Daumen nach oben. Das feierten sie total und hielten ihre Daumen hoch.
Mittlerweile war Scovia dran und bekam ihre Haare gewaschen. Erst wurde ihr eine weiße Paste in die Haare geschmiert. Dauerte ungefährt- ewig. Dann wurde diese ausgewaschen.. und wie das fand ich elegant. Fast wie bei uns, nur mit dem Equipment, was eben da ist. Hier gibt es kein Waschbecken mit Wasserhahn, fließendem Wasser etc., aber ein Plastikwaschbecken mit Kuhle und zwei Eimern darunter. Der eine für das dreckige Wasser und der andere für das Saubere mit dem die Haare gewaschen wird.
Ich fragte Scovia, wie oft sie das machen ließ, sie sagte zweimal im Jahr. Shampoo sei zu teuer. Sie trägt jetzt einen festen Dutt und den für die nächsten 6 Monate. Man darf aber nicht vergessen, dass die afrikanischen Frauen anderes Haar haben.. Es sieht nicht fettig aus, wie bei uns schon nach zwei Tagen des nicht Waschens.. bei manchen nach einem Tag…

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Gestern, Sa. 17.01, war ich beim ‚Source of the Nile‘. Von meinem Distrikt fährt man mit dem Taxi ca. 1,5 Stunden in die viert größte Stadt, Jinja (beliebt bei Touris). Auf der Taxifahrt wurde ich von einer Frau namens Atra, ungefähr in meinem Alter nach meinem Namen und nach meiner Handynummer gefragt. Mir viel kein Grund ein, ihr meine Nummer vor zu enthalten also gab sie ihr. Ihre bekam ich dann auch. Könnte ja mal anrufen ;)). Von Jinja nimmt man ein Boda Boda zu den ‚Source of the Nile‘. Ich habe mich direkt von einem jungen Typen bequatschen lassen und habe eine 30 minütige Bootstour gemacht. Nicht besonders spannend aber ganz schön! Außerdem habe ich einen guten Deal rausgehauen…

DSC_4333

DSC_4350

Danach bin ich spazieren gegangen und habe mich auf eine Wiese gelegt. Kurz darauf kam ein Mädchen, Babirye Martha 19 Jahre, und setzte sich zu mir und zeigte mir prombt alle Bilder auf ihrer Kamera. Sie spielt Golf, ist wohl sehr gut und hat eine Gruppe von Kindern, welche sie kostenlos trainiert. Sie studiert in Jinja. Sie wollte dann auch meine Handynummer, gab mir auch ihre und lud mich ein, nächste Woche mit ihr was zu unternehmen, was nicht viel Geld kostet :)) Juhuu…
Später wollte ich dann in die Stadt und was essen. Dann rief eine Gruppe von Jungs hinter mir her, ich sagt hallo, ging aber weiter. Einer holte mich dann ein und wollte mir Armbänder verkaufen, ich habe gesagt, dass ich kein Geld habe. Haben uns kurz unterhalten und dann hatte ich einen weiteren Kontakt in meinem Handy.. hoho. So ich lief ca. 50 Meter weiter und an einem ‚Restaurant‘ vorbei und wurde dann von zwei Männern eingeladen, mit ihnen zu essen. Ich erst äh ne, aber dann ja klar, warum nicht… Es gab Bohnen und Reis. Wir unterhielten uns ganz gut. Der eine arbeitet hier. Danach machte ich mich wirklich los. In Jinja angekommen lief ich die Main Street entlang. Hier gibt es viele kleine Läden mit Kunst und verschiedenen selbs gemachten Dingen und dicke Engländer…Missionare oder Freiwillige- wie ich, nur in einer Gruppe unterwegs und nicht wie ich alone (aber bin ja nie lange alleine ;)).
Ich fand sogar einen guten Bookshop (war letzte Woche in einem in Kampala, da gab es nur Bibeln..). Ich suche nach englisch Büchern für Kinder um zu lernen, da ich ja wahrscheinlich ab Februar unterrichten werde. Muss mich bisschen vorbereiten… Wenn das jemand liest, der Ideen hat und mir helfen kann, ich würde mich freuen!
Dann setzte ich mich in ein Cafe und trank einen Cappuccino. Hätte nie gedacht, dass ich hier einen guten Cappuccino finden werde. Aber wie bereits erwähnt, Jinja ist ein kleines, feines Touristädtchen. In dem Cafe waren auch alle anderen Weißen, denke größtenteils aus Amerika und England. Dann machte ich mich auf den Heimweg.
Zuhause angekommen, hatten wir besuch von Alf, ein Freund von Isaac aus England. Alf hatte vor 18 Monaten einen schweren Arbeitsunfall in England und verlor dabei seinen Unterarm. Er hat da jetzt einen Haken dran.. Auf Empfehlung seines Arztes in die Sonne zu gehen (die Kälte in England bereitete zu krasse Schmerzen), entschied er sich letztes Jahr hierher zu kommen. Er arbeitet mit einer anderen Organisation auch hier in der Gegend. Er hat eine Schule in einem Dorf wieder aufgebaut (Garten, Waschmaschine, Gebäude etc.) und arbeitet dort jetzt immer noch. Nächsten Samstag soll ich mal in das Dorf kommen und mir die Schule anschauen.
Noch ganz kurz zu Uganda: die Felder und Wiesen sind grün hier, es ist aber sehr trocken. Es sind so 25-30 Grad, es weht aber immer ein frisches Lüftchen und nachts kühlt es ab. Sehr angenehm . Die Straßen sind rot-braun, sehr holprig, nichts für feine Autos. Die Städte sind bunt, laut und staubig. An den Straßen wird Streetfood angeboten: gegrilltes Hähnchen am Spieß, getrocknete Bananen, verschiedenes Gebäck z.B Samosas u.v.m. Wie ihr bestimmt wisst, ist es ein sehr armes Land. Die Distrikts sind wie Slums. Wenn die Regenzeit kommt (ende März), verlieren viele ihre ‚Häuser‘ und die Straßen können auch ganz verschwinden. Die Kinder hier in meinem Distrikt haben keine Spielsachen, aber sie sind nicht unglücklich, sehr kreativ ;))
Wenn man unterwegs ist, und nicht von alleine freundlich angeschaut wird, braucht man einem nur kurz in die Augen zu schauen und zu lächeln und du bekommst ein Lachen zurück. Wenn ich daran denke wie wenig Freundlichkeit und wie viel Misstrauen viele Deutsche immer noch Ausländern, bzw. Farbigen entgegenbringen, schäme ich mich einfach nur. Obwohl ich in deren Augen reich und hübsch bin, ist die Mehrheit freundlich zu mir. Ich könnte auch gut verstehen, wenn es umgekehrt wäre.. Bin aber froh, dass es nicht so ist.. Sonst würde ich mich hier wirklich alleine fühlen.
Gerade habe ich Abel 20 Jahre, er kümmert sich um den Haushalt, einen Emailaccount und Facebook eingerichtet. Er war voll begeistert und wollte eine alte Freundin finden. Leider erfolglos. Jetzt habe ich gerade meine geile Bose Box rausgeholt mit meinem Ipod und Musik angemacht. Abel hat nachgegfragt wie das funktioniert und ich meinte über Bluthooth. Er probierte es gleich aus. Nahm den Ipod, lief rum und wechselte alle drei Sekunden das Lied und war erstaunt.

Mukono Distrikt:

DSC_4366 DSC_4369 DSC_4370 DSC_4371 DSC_4374 DSC_4377 DSC_4378

Und meine Straße, mein Zuhause:

DSC_4375 DSC_4376 DSC_4380

Morgen muss ich früh aufstehen, weil wir die Gebäude weiter Bauen und ich den ersten Stein setzen soll 😀 Na guuut..

Schönen Abend,
eure Charlotte

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s