Dritte Woche 25.01, erster Beitrag aus Uganda

Hallo ihr Lieben,
Donnerstag und Freitag haben wir wieder gearbeitet. Die Toiletten wurden gebaut, ich habe sogar bisschen gemauert, aber zum größten Teil haben wir Frauen verschiedene Gartenarbeiten erledigt. Heute soll das Dach der Toiletten gemacht werden. Bin mal gespannt wie es morgen aussieht.

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Freitag Nachmittag hatten wir (Isaac, Scovia, Abel und ich) eine ‚Führung‘ von einer anderen Organisation namens „Suubi for Uganda“ in der Gegend hier, die gerne mit ‚Beacon of Hope‘ zusammenarbeiten möchte. Sie zeigten uns ihre laufenden Projekte und ihre Pläne für die Zukunft.
Ich werde euch jetzt nicht jedes einzelne Projekt vorstellen, aber die wichtigsten: Alten Menschen und allein erziehenden Frauen wird zu einem neuen Zuhause verholfen. Dann wurden 3000 Mangobäume finanziert, deren Früchte man in 2-3 Jahren an die großen Fabriken hier verkaufen kann, welche davon dann Säfte herstellen. Es wird also viel Geld einbringen. Zusätzlich möchte diese Organisation eigenen Honig herstellen, der dann natürlich auch für gutes Einkommen sorgen wird.

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Gegen abend fuhren wir dann zu einer Schule, welche diese Organisation geplant hat. Die Straßen waren in der Gegend so richtig schlecht, ein riesen Schlagloch nach dem anderen. Uns wurde gesagt, dass eine Straße zu dieser Schule vom Staat finanziert wird und gerade fertig geworden sei. Von wegen! Sie wurde gerade gemacht…wir fuhren trotzdem weiter.. und schwupps schon war die Achse gebrochen. Dazu kam, dass wir noch dem Riesengefährt, welches gerade dabei war die Straße platt zu fahren, aus dem weg fahren mussten. Naja für die Kinder im Dorf war es eine aufregende Aktion und Isaac nahm es ziemlich gelassen, dafür, dass es noch nicht einmal sein Auto war, was er kaputt gefahren hatte. Es kam dann jemand, der sich auskannte und wir konnten erstmal weiterfahren.

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Dann wurde uns die Schule gezeigt. An den Fotos könnt ihr sehen, dass sie eher schlecht als recht ist, das liegt daran, dass die Eltern sich entschieden haben, eine Schule so schnell wie möglich zu bauen, mit dem was da ist und nicht auf Spenden und Material zu warten.. Es ist ein neues ‚richtiges‘ Schulgebäude geplant und auch ein Geburtshaus, weil die Frauen bisher zusehen müssen, wie sie zum nächsten Krankenhaus kommen. Meistens dann mit dem Boda Boda, was eine Zumutung und zu teuer ist. Wenn man die Nachrichten hier verfolgt, wie ich das natürlich tue, weiß man, dass dieses Thema gerade stark diskutiert wird. Für die Frauen aus den Dörfern ist das Boda B. die einzige Möglichkeit zum Krankenhaus zu kommen. Es ist aber sehr gefährlich und zu teuer. Da das Krankenhaus auch nochmal 10.000 UGX nimmt (2,98 Euro) und 1 Km mit dem Boda ca. 1.000 kostet. Das rechnet sich hoch, vorallem wenn man eigentlich 0,0 UGX zur Verfügung hat. Aber manche Menschen scheinen das noch nicht begriffen zu haben und kommen den Frauen nicht entgegen! So jedenfalls finde ich, hat die Organisation eine Vision mit Zukunft. Wir sind dann noch zu dem Brunnen gelaufen, der für das Dorf gebaut wurde. Dort waren lauter Kinder mit Kanistern. Wasser holen ist Kinder- und Frauensache. Auf dem Rückweg habe ich mich gewundert, warum wir Erwachsenen nicht einfach ein paar Kanister den Kindern abnehmen. Ich habe dann von zwei Mädchen die Kanister getragen, einen kleinen, vllt 2-3 L und einen 5-7 L. Für mich war das Ok (gerade so uff), aber für so kleine Zwerge und dann tragen die einen 5-10 L Kanister (je nach Alter) auf dem Kopf, uiuiui.

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Samstag war ich Alf, den Engländer in seinem Dorf „Kasawo“ besuchen. Er wohnt bei der Community School, in dem Guesthouse. Als ich mit dem Boda Boda dort ankam, war erstmal keine Menschenseele zu sehen. Doch dann kamen zwei Frauen lachend zu mir gelaufen, die eine war überglücklich und hielt ständig meine Hand und umarmte mich wieder und wieder. Später erfuhr ich von Alf, dass sie Henriete heißt und schon von Anfang an, an dem Schulprojekt beteiligt war. Sie hat vier Kinder, einen Mann, der sich andere Frauen gesucht hat und nie da ist und hatte nie einen Job. Sie haben wohl davon gelebt, ab und zu mal Bananen zu verkaufen. Jetzt hat Alf ihr eine Waschmaschine gekauft und pro Wäsche bekommt sie 1000 UGX (0,30 Cent).

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Die Schule und das Grundstück sehen schon echt gut dort aus. Bevor Alf vor einem Jahr dorthin kam, wurde dort geklaut und die Schule war dabei, zugrunde zu gehen. Jetzt hat sie einen Garten mit Bananenbäumen und Ananasbete, eine Ziege, Schweine und Hühner. Alf und Chris (19 Jahre, lebt auch in dem Guesthouse und ist im wahrsten Sinne des Wortes Alf’s rechte Hand) stellen Blöcke zum Gebäude bauen selbst her und verkaufen diese dann. Chris versucht sich damit seine Ausbildung und den Zugang zur Schule für seine vier Schwestern zu finanzieren.

Jedenfalls sind wir dann ins Dorf (was fast wie ein kleines Städtchen ist) gelaufen und Alf war Shirts shoppen. Weil alle uns anschauten (Alf war bereits weit bekannt, aber ich war die erste weiße Frau seit Monaten) und fragten wer ich sei, sagte Alf immer ‚my wife‘, dann lachten alle und mir war es sehr unangenehm, weil ich denke, dass viele es geglaubt haben, pfui….und dann haben Chris und ich fürs Abendessen eingekauft: Fisch mit Gemüse und Süßkartoffeln . Dann waren wir noch ein Bier im Gettho zischen ;P und sind dann zurück. Chris hat gekocht, Alf, ein weiterer Mitarbeiter und ich haben geraucht und geduldig gewartet
Morgen fängt die Schule wieder an und ich soll mal vorbeikommen, Deutsch und Volleyball Unterricht geben. Wir haben sogar schon ein Netz, fehlt nur noch ein guter Ball.
Heute morgen haben Chris und Alf Pancakes mit Ananas für mich gemacht.

Bin nach dem deluxen Frühstück zurück und habe heute ersten Kontakt mit meinen Nachbarskindern geknüpft. Sie haben unters Tor hereingeschaut um mich zu beobachtet. Ich habe sie dann reingelassen. Sie schickten einen 2 jährigen vor, der tappte rein und dann traute sich auch der Rest :))

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Bis Mittwoch,

eure Charlotte

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