Vierte Woche 01.02, erster Beitrag aus Uganda

Hallo hallo, mein letzter Bericht hat sich so verspätet, weil ich seit Mittwoch krank bin. Kamen Mittwoch Abend ja spät von Kampala zurück und ich muss mir irgendwie im Auto einen Sonnenstich geholt haben.. Donnerstag ging es dann wieder und wir waren beim Hope Center arbeiten. Abends hatte ich dann wieder Fieber…seit Samstag geht es mir wieder besser. Habe Samstag morgen in einem meiner Zehen etwas Ekliges gefunden.. dachte erst es wäre ein Splitter, dann dann dachte ich es wär ein Stein, was schon echt merkwürdig gewesen wäre und dann holte ich etwas durchsichtiges Glibberiges heraus mit einem schwarzen Punkt in der Mitte. Ungefähr 3 mm groß. Bäh, ich ging zu Abel und zeigte ihm das Ding. Er lachte und meinte es sei Jigali oder sowas. Viecher die Eier legen.. ihhh in meinen Zeh!! Vielleicht war ich deswegen krank! Später kam Isaac vorbei und ich berichtete ihm von meinem Fund/Glück. Er lachte noch mehr und meinte, ich sei die erste Weiße, die ein Jigali hat und dass es von den Kindern kommt, die ich in meine Wohnung lasse. Na toll! Meine kleinen Freunde. Ich habe sie immer gerne bei mir, aber jetzt kann ich an nichts anderes mehr denken. Habe direkt mein Zimmer und auch das Badezimmer geputzt, weil gestern einer der älteren Jungs, James, einfach meine Toilette benutzt hat und sich dann noch eine Dusche gegönnt hat . Ich wusste nicht was ich sagen soll, war ein wenig überrumpelt und ließ ihn machen. Die haben ja noch nie zuvor eine Dusche gesehen und erst recht nicht genutzt und eine Toillette mit Spülung sowieso nicht.
Naja also von Freitag gibt es nicht viel zu berichten, weil ich krank war. Habe aber am Hope Center nichts verpasst, weil die eh keine Arbeit für mich hatten. Nur Männerarbeit wie Dachbau, Digging und Mauern.. Mir war abends dann so langweilig, dass ich zu Isaac bin und mich beklagt habe. Er meinte ich soll doch mal einen Spaziergang machen, in 15 Minuten kann man hier zu einem guten Aussichtspunkt laufen. Und das höre ich jetzt erst, nach drei Wochen?? Egal, ich war voll dabei. Ich wollte mich gerade auf dem Weg machen, als James und noch ein Junge vorbeikamen (hatte ich ganz vergessen, hatten ein „Kartenspieldate“ ausgemacht). Jetzt hatte ich zwei Begleiter, was mir nur entgegen kam. Isaac hatte mir zwar den Weg aufgezeichnet, hätte ich aber nie gefunden. Nach 15 Mintuen laufen, kamen wir an einen Steinbruch. Hier werden Steine in verschiedene Größen zerkleinert, bzw. zermalmt und größtenteils für Straßenbau verwendet. Wir gingen durch ein Tor, dann war da sowas wie ein ‚Office Büro‘ und zwei unheimliche Inder saßen davor. Ich fühlte mich total unwohl und fehl am Platz, dachte wir seien falsch. Wir fragten die Inder, ob wir über ihr Gelände zum Aussichtspunkt laufen können. Die nickten nur und starrten mich weiter an. 10 Meter weiter gelaufen, halten uns zwei Arbeiter an und sagen, dass wir erst die zwei Inder fragen müssen, ob wir hier lang dürfen. Wir: „haben wir schon“, die „oh ok, lets go“. Der eine Mann, sein Name ist Joel, bat sich dann an uns zu führen. Jetzt sah das ganze schon besser aus, wir hatten einen Guide. Er erklärte, wie und was hier gearbeitet wurde und für wen. Die eine Hälfte des Steinbruch’s ist für die Chinesen und der andere Teil für die Inder. Ob die Inder und Chinesen sich jetzt den Straßenbau unter die Arme gerissen haben oder ob die Steine nach Indien oder China transportiert werden, weis ich nicht. Die Jungs waren begeistert von den Maschinen und von meiner Nikon Kamera. Deswegen habe ich jetzt interessante Fotos vom ganzen Steinbruch. Oben am Aussichtspunkt angekommen war es sehr schön. Das Raufklettern war bisschen anstrengend für kranke Charly, aber tat gut und hat sich gelohnt. Auf dem Rückweg trafen wir auf einen netten altn Man mit Alkoholfahne, der meine Hand nicht mehr loslassen wollte. Ich ließ mir dann was einfallen, wofür ich meine rechte Hand brauchte (z.B zum Wasser trinken, Tasche halten, Fotos machen), aber er nahm sie sich immer wieder. Also es ist typisch hier, dass man sich zur Begrüßung die Hände lange hält.. aber beim laufen? Er lief links neben mir und wir hielten die rechten Hände, also irgendwie komisch. Die Frauen die uns sahen, fanden es lustig.

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Zuhause angekommen, konnte ich Privatsphäre vergessen. Die Jungs kamen wie selbstverständlich mit zu mir. Kurz darauf hörte ich von draußen „Mzungu, Mzungu“ und die Kleinen standen vor der Tür. Ich ließ sie rein. Sie malten und spielten Ball und wir drei großen spielten „Neuner“. Später machte ich Musik an und tanzte mit den Mädels, das war sehr, sehr süß. Sie hatten total Spaß und ich auch.
Samstag Mittag fand in unserer Strasse ein Autorennen statt. Ich hörte lautes Kreischen und Rufen und brummende Motoren. Ich ging gerade raus, da kam mir James schon entgegen gerannt um mich zu holen. Die Leute standen an der Straße und bejubelten die aufgemoppten Autos mit dicken Motoren, die in regelmäßigen Abständen vorbeibrausten. Wenn man was sehen wollte, musste man schon ein wenig lebensmüde sein. James, mein Beschützer, hielt immer meine Hand und zog mich zurück wenn es brenzlig wurde. Das war’s halt auch, weil die Straße hier Schlaglöcher hat und Gräben links und rechts. Zwei Autos sind von der Straße abgekommen und in die Gräben gefahren und schleuderten dann rum. Ein Glück, das dort keine Menschen standen, sondern erst 20 Meter weiter. Aber den Leuten hier war das total egal. Die hatten ihren Spaß. Isaac sagte mir, dass dieses Cruisen von dem Mann gesponsert wird, dem unser Ort, Kubiri, gehört.

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Abends kamen die Kinder wieder. Diesmal spielten wir im Hof und nicht in meinem Zimmer. Waren auch zu viele. Der kleine Zwei-Dreijährige wird immer frecher. Ist erstmal total süß und macht richtig Spaß, weil er total verrückt ist und wir immer tanzen. Er kann sogar ‚Mzungu, I want to dance‘ sagen.. Aber dann hat er sich in meine Brüste verguckt. Die Stillzeit ist wohl noch nicht allzulange her. Jetzt versucht er mit aller Kraft, mein Shirt runterzureißen. Das macht das Spielen nicht leicht, weil ich immer auf der Hut sein muss. James habe ich wieder meine Kamera gegeben und los ging das Fotoshooting, seht ihr ja auf den Fotos.

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Heute sind Abel, Alf, Chris und ich zu dem Mabira Forest gefahren, einer der größten Wälder hier in Uganda. Es gab auf dem Hinweg schon Komplikationen. Kurz: wir wurden falsch rausgelassen und mussten dann an der Hauptstraße bestimmt 4 Km zurücklaufen. Aber am Mabira Forest entlang und wir haben drei Affen gesehen Endlich beim „Center of Mabira Forest“ angekommen, war der Eintritt für Abel und und Chris zu teuer. Fuhren dann nach Jinja, weil die Jungs noch nie da waren.

Morgen fange ich an in der Schule, in Kasala Village (beim Hope Center), zu arbeiten. Ich bin mal gespannt. Isaac hat mir gesagt, dass ich mir ein Projekt aussuchen kann, was ich mit den Kindern machen möchte. Er meinte auch, dass es Ziel von Beacon of Hope ist, neben den Hauptfächern wie , Mathe, Geographie, Englisch etc. also den „Denkfächern“, Bewegung einzubringen. Also waldorfpädagogisches Denken quasi. Kommt mir sehr entgegen. Ich habe mir überlegt, Spielstunden für die Kleinen und Sportunterricht für die älteren an zu bieten, so wie wie wir sie an unseren Waldorfschulen Zuhause auch haben. Ich bin natürlich keine ausgebildete Waldorfpädagogin, aber ich habe die beste Beratung von Annette Flemming . Ob das alles klappt, schreib ich dann nächste Woche.
Alles Liebe und Sonnenwärme aus Uganda :))

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