Siebte Woche, 1.03/ zweiter Beitrag

Hallo Ihr lieben,

am Hope Center haben wir diese Woche große Fortschritte gemacht. Peter und Ben haben an der Toilette und deren Bäder weitergemauert, die Dacharbeiten des einen Gebäudes sind vollständig abgeschlossen, sowie die Böden. Isaac hat sich sein Büro eingerichtet und bald kann es los gehen.

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Dienstag waren wir alle zusammen feiern. Sophia und ich haben Ben und Peter auf ein paar Bier eingeladen, weil die beiden ja nur den Transfer bezahlt bekommen. Die harte Mauerarbeit machen sie freiwiilig. Ben war ziemlich schnell ziemlich betrunken. Trotz seiner Größe- ich weiss nicht ob oder wieviel sie schon getrunken hatten, bevor wir in den Club kamen, aber ich habe ihm nur zwei Bier ausgegeben.. mein Dank dafür war, dass ich ihn die ganze Nacht mit Wasser versorgen durfte. Aber er war total süß und dankbar. War eine schöne Nacht mit allen.
Am nächsten Morgen um 10:00 war Schule angesagt.. haben uns die ganze Woche davon nicht erholen können. Sind ständig müde müssen aber früh aus dem Bett und gehen erst spät wieder rein^^
In der Schule war es diese Woche besonders schön. Erstmal natürlich weil wir Sophia haben und zweitens weil wir angfangen haben zu malen. Sophia hat viele Wasserfarben und Wachsmalstifte von uns Zuhause, also Annette Flemming, Herr Fentrop und Kleinsassen, mitgebracht- riesen Dankeschööön!!! Die Kinder haben sich unendlich gefreut und sagen immer wieder „Thank you, thank you for colours“.

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Schilderung der ersten Kunststunde:
alle unsere Schüler, also P3, sitzen ausnahmweise erwartungsvoll und gespannt auf ihren Bänken. Wir verteilen Papier und Wachsmalstifte. Ich habe ein Bsp. Bild gemalt, um zu zeigen, was man alles mit den Farben malen kann. Die Kinder wussten erst nichts mit den Farben anzufangen, nahmen sich ihre Bleistift und fingen an zu zeichnen. Ich nahm die Hand eines neuenund noch sehr zurückhaltenden Schülers, Christpoher, gab ihm einen Wachsmalstift in die Hand und führte diese dann. Er strahlte. Alle anderen machten es nach. Schon nach wenigen Minuten waren alle wie aufgewacht. Besonders fiel mir das an Christopher auf. Er war ein plötzlich ein total anderer Junge. Nicht mehr der schüchterne Junge von zuvor, sondern mutig und aufgeweckt. Er lachte, plapperte und zeigte mir immer wieder stolz seine Bilder. Ich holte Blätter von draußen, legte sie unter Papier und malte drüber, die Kinder staunten, was da jetzt auf dem Blatt Papier zu sehen war und ich musste immer wieder raus, neue Blätter holen.
Jeden Tag haben wir jetzt Malstunde gegeben. Mit Baby Class, P1/2 nur mit Wachsmalstiften, mit P3 auch mit Wassermalfarben. Gibt immer ein kleines Caos, weil wir zu wenig Wasser haben, keine Schwämme o.ä wo man den Pinsel abtrocknen kann.. aber es macht großen Spaß.
Mittwoch hatten wir Sport mit allen. Wir brauchten mehr Springseile, also sind wir mit der ganzen Schule zum HopeCenter gerannt und haben sie geholt. Ben, Peter und Abel haben nicht schlecht geschaut als wir mit 60 Kindern angerannt kamen. War aber Teil des Sportunterrichts und natürlich von vornherein eingeplant.. 😉 Freitag ist immer Religionsunterricht. Sophia und ich mussten ein Lied vorsingen:“ He’s got the whole world in his hands“. War sehr peinlich, das Lied ist eintönig und langweilig.. vorallem nach den Liedern, welche die Kinder davor gesungen hatten, aber es ist eben sehr christlich. Dienstag und Donnerstag unterrichteten wir Deutsch an der Secondary. Gibt nicht viel zu erzählen, außer dass sie mich vermissen werden, sich aber freuen, dass ich von Sophia für weiter 1-2 Wochen ersetzt werde.
Freitag machten wir uns nach der Primary schnell los nach Jinja und von da aus zu den Itinda Falls. Die Fahrt nach Jinja war wieder super anstrengend. Vor Jinja wird die Straße gebaut und der Stau ist wahnsinnig groß und wie sich die Fahrer dort versuchen durchzuschlängeln, ist noch viel wahnsinniger. Endlich angekommen, erwartete uns eine 40-50 minutige Boda Boda Fahrt. Wir düsten durch die Dörfer, an Feldern vorbei, Berg hoch, Berg runter- wieder hoch usw. Angekommen, mussten wir teuer Eintritt bezahlen. Zusammen 80.000 UGX. Das sind ca. 20 Euro. Wir gaben 100.000 UGX und der Typ wollte 20 behalten, dafür, dass er uns rumführt. Ich erklärte ihm, dass wir keinen blöden Guide brauchen, sondern allein zurecht kämen und außerdem sonst kein Geld für die Rückfahrt haben würden. Wir liefen mit unserem Boda Boda Fahrer, übrigens namens Wibae, los und fanden uns auch super zurecht. Wibae entpuppte sich zu einem echt netten und angenehmen Mann und Begleiter. Die Itinda Falls waren wunderschön. Ich liebe Wasser, noch mehr liebe ich Wasser in Mengen und wenn es in Bewegung ist. Ich könnte Stunden, wenn nicht Tage damit verbringen, in den Strom zu schauen und dem rauschen zu lauschen. Wir liefen an dem Fluss entlang, bis wir zu einer ruhigen Stelle kamen mit zwei badenden Kindern und einem Fischer sahen. Der Fischer bot uns seine frisch gefangenen Fische an. Wir überlegten kurz, war schon ein reizendes Angebot, aber wir wussten, dass Abel bereits für uns Zuhause Chapats and Salats vorbereitet. Also bot ich Wibae an, ihm einen Fisch zu kaufen. Er freute sich sehr und bedankte sich noch den ganzen Abend: „thank you, what you have done for me“.
Wir setzten uns ans Wasser, den Sonnenuntergang vor uns, holten unseren Wein, Tabak und Chips raus und konnten es garnicht glauben, wie schön uund perfekt es gerade war. Wir boten Wibae alles an, er nahm Wasser und Chips dankend an.
Zu bald mussten wir schon los. Alle drei glücklich und zufrieden auf dem Rückweg- doch pllötzlich macht das BB. schlapp. Wir hatten Glück, weil wir kurz zuvor gesehen hatten, dass sich ein Freund Wibaes gerade mit dem Auto auf den Weg zu nächsten Stadt aufmachte. Also standen wir kurz am Graben und warteten. Da kam der Freund schon mit einem Jeep und paar anderne Männern angefahren. Wibae hielt ihn an und sie besprachen irgendwas, schließlich sollten wir einsteigen und mussten den armen Wibae in seinem Unglück allein lassen. Ich gab ihm trotzdem den vollen Preis, obwohl wir gerade mal 1/4 des Weges hinter uns hatten. Es gab nicht genug Plätze, aber die Gentlemen’s übergaben uns ihre und rückten in den Kofferaum. Oma und Annette würden jetzt sagen, wir seien lebensmüde gewesen, spät abends in einen Jeep mit großen, starken, fremden Männern zu steigen, aber wir waren uns der Lage bewusst und hatten sie voll im Griff. Man merkte einfach, dass die Männer keine Hintergedanken hatten.
Von dem nächst größeren Dorf nahmen wir ein Taxi, diesmal aber ein normaler Combi. Der Fahrer teilte sich seinen Sitz mit einem anderen Mann…vorne sassen also vier Leute…Sophia und ich tauschten nur einen kurzen Blick und mussten grinsen. In Jinja nahmen wir ein normales Taxi nach Mukono, dann ein BB. und endlich, endlich Zuhause- natürlich wieder voll verspätet. Abel hat mit dem Essen auf unsgewartet.

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Samstag sind wir wieder um 7:00 Uhr morgens aufgestanden und machten uns auf in Abels Heimat zu einer Hochzeit von einem seiner Brüder, irgendwo in einem Kaff namens Buyana, weit entfernt-wirklich weit entfernt. Wir waren vier Stunden unterwegs. Dort angekommen wurden wir den ganzen Tag herumgeführt und vorgeführt. Wir waren eine große Attraktion, aber wir fühlten uns ein wenig blöd…wie Abels Puppen. Aber unser wohlbefinden war heute nebensächlich. Das Wichtigste war, dass wir eine große Freude für Abel’s Familie waren und besonders für Abel war es eine Ehre. Das Problem war, dass wir den ganzen Nachmittag damit verbrachten, von einem Dorf ins andere zu fahren, um danach wieder zurückzufahren und das alles zu viert auf einem BB mit Abel und einem von Abels älteren Brüdern. Beide stanken verboten heftig nach Schweiß. Sophia und ich in der Mitte waren mit den nerven am Ende. Wenn ich hinter Sophia saß, vergrub ich meine Nase in ihrem, lecker nach Shapoo richendem, Haar. Hätte ich das nicht machen können, wäre ich wahrscheinlich noch ausgerastet und hätte die mal schön über ihren Schweißgeruch informiert. Aber wir hielten unsere Münder und Nasen zu 😛 Der Abend verlief dann so, dass wir immer wieder flohen und uns mit gut riechenden Männern abgaben, von denen es genug gab.
Die Hochzeit an sich war sehr süß und interessant. Wir wurden herzlichst willkommen und wir hatten zwei Plätze reserviert bekommen auf der Seite des Brautpaars. Das Hochzeitpaar war sehr Jung und der Bräutigam war echt ein süßer udn er schien sehr glücklich.
Nach der Kirchenzerermonie trafen wir uns im Zuhause der Braut und dort feierten wir.
Wir wurden spät abends aufgerufen und sollten auf der Bühne vortanzen. Wir, total unvorbreitet und nicht warm getanzt, eher kalt gestanden, tanzten dann auf die Bühne rauf. Alle waren begeistert, weil sie wohl dachten, so weiße Stöcke wie wir könnten sich nicht bewegen- wir bewiesen das Gegenteil und wurden sehr gefeiert. Dann wurde ich vom Comediant gefragt was mein Lieblingslied sei, ich sagte :“pomini, pomini“ und spätestens jetzt kreischten alle und freuten sich lauthals. Ich hatt einen Tanzpartner der seine Hüften zenmal schneller bewegen konnt als ich, aber es machte Spaß und das Publikum freute sich. Danach wurde nur noch getanzt. Später kam Abel und meinte, es sei nicht erlaubt wie im Club zu tanzen, was heißt kein Köperkontakt zu dem anderen Geschlecht zu haben… fanden alle ziemlich blöd, aber die Jungs/Männer waren kreativ und bildeten dann einen Kreis um uns und wir tanzten. Wenn Abel und sein Bruder nicht da waren, wurde auch richtig getanzt. Kam Abel… waren wir alle brav. Am liebsten tanzte ich mit den jüngeren Jungs, so 12-14- Sie tanzten am coolsten und ich fühlte mich nicht bedrängt. Es hat wirklich Spaß gemacht. Wenn ich nach Deutschland zurück komme, wird das Tanzen, das erste sein, was mir unheimlich fehlen wird. Kein Mann kann so tanzen wie die Jungs und Männer hier. Natürlich werden wir auch in Dt nicht so sehr gefeirt wie hier und man muss sich wieder daran gewöhnen, dass man für die Menschen (meisten) nichts besonderes ist. Hier erleben wir das totale Gegenteil.
Wir mussten leider schon um 2 Uhr morgens zurück, da Abels Vater uns fuhr. Und das mit einigen seiner Familienmitglieder (er hat vier Frauen und um die 14 Kinder). Er hatte einen kleinen Truck. Es dauerte 30 Minuten bis wir alle unseren Platz gefunden hatten, weil solange gequetscht wurde, bis alle auf die Ladefläche passten. Wir saßen am Rand mit Kindern auf dem Schoß und los ging es. Ich saß neben dem Bräutigam und wir unterhielten uns kurz. Er ist 22 und der Sohn von Abels Onkel und somit hier auch ein Bruder von Abel. Abel hat auch 4 Mütter, weil alle Frauen von Abels Vater, seine Mütter sind. Sie leben alle im gleichen Dorf und es scheint kein Problem zu sein, miteinander auszukommen. Der Bräutigam sagte mir, er sei überglücklich. War sehr süß. Sophia udn ich haben mit meiner Kamera heute alles fotografiert und das Brautpaar wünscht sich ein paar Fotos. Mal schauen wo wir die ausdrucken. Übernachtet haben wir bei Abels Tante.

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Taxipark Kampala

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P.S: Abels Vater hat nicht 14 sondern 40 Kinder mit 4 Frauen. Habe ich falsch verstanden, oder konnte es nicht glauben…

Eure Charlotte

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