Bericht von den letzten zwei Wochen in Uganda

Seitdem klar ist, dass ich früher zurück nach Deutschland fliege, haben Sophia und ich viel unternommen. Wir waren an den Schulen tätig, ich wollte soviel Zeit wie möglich mit meinen Schülern verbringen, gleichzeitig aber auch noch andere Dinge unternehmen und soviel von Uganda sehen wie ich eben konnte. Wir sind also früh aufgestanden und spät ins Bett gekrochen. Das haben wir zwei Wochen durchgehalten, bis ich so übermüdet war, wie noch nie in meinem Leben. An meinem letzten Tag an der Schule haben Sophia und Abel den ganzen Vormittag 100 Chapats für die ganze Schule gemacht. Die Kinder haben sich so gefreut mal was anderes als Posho und Bohnen zu bekommen und haben sich immer wieder bedankt.

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An dem Morgen, an dem wir uns mit Isaac nach Fort Portal aufmachten, ging bei mir eigentlich gar nichts mehr. Im Taxi nach Kampala merkte ich, dass meine Mandeln geschwollen waren. Von Kampala nahmen wir einen Bus (Firma „Link“) nach Fort Portal (Osten Ugandas). Der Bus war schon voll, es dauerte trotzdem eine halbe Ewigkeit bis er losfuhr. Wir hielten noch an 3-4 Tankstellen in Kampala und es schien, als würden alle Vorbereitungen wie Tanken, Öl checken etc. erst jetzt gemacht werden. Bis wir dann endlich wirklich losfuhren, waren zwei Stunden verstrichen. Unsere Mitfahrer regten sich auf und fragten was das soll, blieben aber an sich ruhig und friedlich. Meine Sitznachbarin, wir hatten uns schon ausführlich ausgetauscht, sie weiß mittlerweile alles über mich und ich über sie, meinte, dass die Fahrgäste auf meiner Busfahrt nach Nairobi nicht so entspannt reagieren würden- die hätten den Busfahrer o. andere Mitarbeiter der Busgesellschaft schon längst geschlagen 😀 Ich meinte nur, dass ich gerade nicht viel einzuwenden hätte, würde jemand- egal wie- dafür sorgen, dass der scheiß Bus losfährt 😀 Die Busfahrt war sehr lange und ich wurde immer schwächer. Wir besuchten einen Freund, Yoweri Balibethai von Isaac, der auch einige soziale Projekte in dem Dorf Rubona, mit 400 Einwohnern, durchführt. Plan war, diese Projekte anzuschauen und zu überlegen, ob Isaac mit Ihnen zusammen arbeitet bzw. Sponsoren für die Organisation organisieren kann. Angekommen, hatte ich mir erhofft mich gleich in ein Bett zu legen und nichts mehr zu machen. Aber nein, wir gingen ernsthaft erst in sein Büro und er fing an zu erzählen- nach fünf Minuten fing ich an zu heulen :D. Das war mir sehr unangenehm, Isaac war auch überrumpelt. Mein Bett wurde schnellstmöglich bezogen und ich hinein befördert 😛 Sophia und Isaac schauten sich das Dorf, die Umgebung und die Projekte an. Yoweri Balibethai, ist der Direktor dieser Organisation und ich habe ihm versprochen, über seine Arbeit zu berichten. Er wünscht sich für die Zukunft auch Volunteers. Da ich krank war, habe ich keine Projekte gesehen, weiß aber von Sophia, dass sie eine Schreinerei haben, Männer zu Mechanikern ausbilden, Handarbeiten herstellen, Näherinnen ausbilden und eine Schule haben. Yoweri hat mir eine Email geschrieben mit einigen Informationen:

Dear: charlotte Campbell. Greetings from my wife sedress, son mumbere and sister milly. You left Bughumba Butyoka Women Group to Queen Elizabeth National Park when you are sick I hope now you are fine and you reached safely. I am pleased to write and introduce Bughumba Butyoka Women`s Group to you, Bugahumba Women`s Group is a local nongovernmental organization concerned with social and economic progress of rural population. it has a vision or programm of action for women ,children, youth, vulnerable people, HIV?AIDS and gender issue and poverty eradication action plan. Under Bughumba Butyoka Women`s Group objectives. The programmes are;

  1. Basic Education (Non and informal vocational skills).
  2. Sustained Development projects (livelihood and food security).
  3. Child Development (orphans and vulnerable children).
  4. HIV/AIDS prevention and migration.

Please charlotte, find detailed information in attached Bughumba Butyoka Women`s Group profile.

J would like you to be my friend who I should share with ideas and cooperate.

May our lord God bless your service.

Regard

Muhindo .Y. Bayirebati.

Director

Bughumba Butyoka Women`s Group.

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Sugar Cane:

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Am nächsten Tag ging es mir nicht viel besser. Wir entschieden uns in die nächste Stadt zu fahren, dort einen Arzt aufzusuchen, mir Medizin zu kaufen um mich auf Vordermann zu kriegen und dann zum Queen Elisabeth National Park zu gehen. Schlussendlich waren wir bei keinem Arzt, aber in einer Apotheke. Wir kauften mir Antibiotikum (war eigentlich strickt dagegen, wurde aber überredet und hatte keine andere Wahl) und noch zwei andere Pillen. Wir hatten Glück im Unglück- wir fanden kein Taxi welches zum QNP fuhr, also mieteten wir uns ein Auto mit Fahrer. Für mich war es das Beste, was mir passieren konnte. Am Park angekommen, wären wir ohne Auto auch ziemlich verloren gewesen. Dort kommt man nur mit dem Auto von A nach B. Ich wusste das eigentlich auch, ich habe aber nicht geschaltet (war krank und auf Drugs) und mich ehrlich gesagt auf Isaac verlassen. Aber er entpuppte sich als ein wenig verplant -was mir eigentlich sympathisch ist, nur nicht an diesem Tag- und er hatte die ganze Zeit große Entscheidungsschwierigkeiten. Das hatte zur Folge, dass wir viel rumstanden, warteten diskutierten o. nichts taten-sehr anstrengend in meinem Zustand 😛 Wir machten eine überteuerte zweistündige Bootsfahrt. Ich kann mich nicht entscheiden ob sie einfach ultra langweilig war, oder sehr entspannt… Ich hing aber eh die meiste Zeit rum, am Ende lag ich oben auf dem Deck am Boden..Wir sahen Buffalos und Nilpferde die am Wasser relaxten, Vögel, ein kleines Krokodil, Elefanten und ein wunderschönes Fischerdorf. In einem Fischerdorf, abgelegen von allem- würde ich gerne leben wollen (es müssten aber meine wichtigsten Menschen mitkommen).

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Wir nahmen uns die billigste Unterkunft, die aber sehr in Ordnung war! Abends bin ich nach dem Essen alleine zurück um mich schlafen zu legen. Es erwarteten mich mind. fünf Elefanten in unserem Garten. Ich schlich zu meiner Tür, diese wollte nicht aufgehen. Dann kam eine Elefantenmutter mit Kind auf mich zu. Ich hörte sofort auf an meiner Tür rumzufummeln und stand still. Sie bog kurz vor mir rechts ab, Richtung Toilettenhäuschen- ich traute mich nicht mehr auf die Toilette! Ich stand noch ein bisschen verdattert vor meinem Zimmer und beobachtete die anderen Elefanten und hielt Ausschau nach einem Löwen, weil es die ganze Zeit so verdächtig brummte und schnaufte- man soll nachts auch nicht raus, da man von einem Löwen überrascht werden kann.. Wie ich so allein da stand kam ein Mitarbeiter auf mich zu, sah aus wie einer von den Guide’s und fragte mich ob ich Ok sei. Ich bejahte und berichtete ihm. Er fragte mich ob er mit mir komme soll, damit ich die Elefantenmutter mit Baby nochmal sehen kann. Ich hatte eigentlich genug, sagte aber ja. Elefantenmutter und Kind waren im Busch verschwunden, man hörte nur noch Geraschel. Ich machte mich auf den Rückweg, der Guide fing an mich zehnmal rechts-links-rechts-links zu umarmen, stoppte am ende in der Mitte und meinte „I love you“, machte einen Knutschmund und zog mich an sich. Ich riss mich los und machte mich schnell vom Acker. Da kam mir ein Elefant entgegen, der Typ schreit mir noch hinterher: “ELEFANT!“. Der Elefant hat sich mit voller Wucht umgedreht und rannte davon- fast gegen unser Auto (unser Fahrer hat es später noch weggefahren, als es ihm zu „Elefantig“ wurde). Am nächsten Morgen standen wir um 6 Uhr auf, um möglichst viele Tiere zu sehen, da sie morgens alle zum Wasser gehen und trinken. Wir fuhren einem Reisebus hinterher, da wir keinen Guide hatten und somit keine Ahnung wo die Tiere sich um diese Zeit aufhalten würden. Es hieß, der Reisebus würde die Löwen aufsuchen- wir waren davon begeistert- sahen dann aber Keine. Wir sahen sehr viele schöne Gazellen grasen und Elefanten die vor uns die Straße überquerten, sodass wir dann anhalten mussten. Das erste Mal stiegen wir begeistert, bewaffnet mit Kameras und Handys aus dem Auto aus und gingen auf die Elefanten zu. Es waren bestimmt 10-15 Tiere und viele süße Jungtiere. Der letzte Elefant, machte eine plötzliche Bewegung auf uns zu, wir rannten erschrocken und panisch zurück ins Auto. Unser Fahrer fuhr schon rückwärts und schrie „get in the car, get in the car!“ und wir sprangen ins fahrende Auto und lachten uns kaputt, als uns klar wurde, dass der Elefant nicht weiter vor hatte uns zu verfolgen und zu töten :D. Wir verbrachten eine Nacht in Fort Portal und machten uns am nächsten Morgen auf den Rückweg. Zuhause angekommen, sprang mir Jonathan (mein kleiner) in die Arme und kam wie selbstverständlich wieder mit zu uns. Kurz darauf waren wieder die Nachbarskinder bei uns und wir haben zusammen, wie so oft, im Hof getanzt. Samstag veranstaltete Isaac einen Informationstag mit anschließenden Health-Care Workshops für alle Bewohner, vorwiegend für die Schüler der Secondary, von Kasala im Hope Center. Zu Beginn versammelten sich die Creme de la Creme in Isaacs Büro: Chairman (Dorfvorsitzender), Bürgermeister des Districts, ein Vertreter des Königs und zwei Frauen aus dem Vorstand der Frauengruppe. Isaac stellte ihnen den 10-Jahresplan seiner Organisation vor. Das Dorf und der Vorstand des Dorfes müssen ja am Ende mit allem einverstanden sein und über die Projekte und über deren Entwicklung und Durchführung informiert werden.

Introduction to Beacon of Hope Uganda 2013-2023 Development Plan:

Beacon of Hope Uganda is a Ugandan based gap-year, volunteer, cross-cultural exchange, and humanitarian and rural development organization. Beacon of Hope Uganda designs and conducts programs which contribute to the welfare and social productivity of disadvantaged individuals and communities with an emphasis on children and youth. BoHU addresses some of the most pervasive problems in rural Uganda, including HIV/AIDS, malaria, hunger, education, poverty, access to clean drinking water, and orphaned children. In addition, it focuses on empowering the youth of Uganda empowering them with different skills and leadership training.

BoHU is founded on the principles that our shared values and commonalities as human beings are more important than our individual differences. We therefore operate on a non-political, non-denominational, and non-sectarian basis, welcoming all world citizens to contribute to our work and every Ugandan in need.

Mission:

Providing resources to achieve sustainable development in under-resourced areas through effective community education and the development of projects, creating a self-supporting, self-sustaining community

Vision:

Self-sustaining individuals and communities free from extreme poverty.

The Focus of Programs:

The focus of our programs is on providing resources for sustainable development in under-resourced communities. In order to uplift the youngest of our society however, it is often necessary to first assist adults and overall communities in which they live. Past and/or ongoing projects conducted in the general community include feeding the destitute, outreach, counseling, and assistance to people living with HIV/AIDS and other illnesses which affect their health, life expectancy as well as their social and economical position in society and counseling. Other programs BoHU runs are focusing on giving immediate assistance to individuals who have been raped or defiled and the building of village wells, schools and establishment of health centers. Furthermore BoHU offers assistance with women’s craft groups, and ongoing assistance with an organic community garden and youth skills training enhancing their development, social and economical opportunities.

The Hope Centre for Community Creativity:

Beacon of Hope Uganda designed a project of constructing a social centre for the community of Kaympisi with facilities like a health clinic, youth centre, skills training, child development centre, women enterprising centre, community library, Hope schools, mini-museum and guest house and café.

We are in the beautiful deep greenery of rural Uganda; a small village called Kasala, in the sub-county of Kyampisi… in Mukono district

….but the problems:

  • Difficult access to Medical Care and Education (next possibility lies 25 km away)

  • Poor Nutrition (e.g tackling problems of clean drinking water or sustainable agriculture)

  • Orphans or neglected children with difficult backgrounds (no future perspectives, lack of guaranteed safety)

  • Not enough resources and knowledge for agricultural work

  • Needed support for micro-financing projects (Lack of self-trust and knowledge for becoming independent)

When the Beacon of Hope Uganda opened its doors to the community of Kasaala, Kyampisi sub-county, Mukono District, we talked to the community members about what they thought were the issues that affected their lives and the problems they faced.

Our development philosophy is that the communities need to tackle the problems themselves; we want to give a hand up, not a hand out. Hand ups create self respect; self belief and the results are infectious.

The community identified their hardships as being caused by poor education; lack of farming knowledge; lack of money and access to it; and poor health to which we have added environmental management. These 5 hurdles provide the foundation stones of all our activities and we have projects aimed at targeting aspects of each. We believe that if poverty is to be alleviated, all the problems need to be tackled at once.

Our understanding of ‘Sustainable Development’ is that which focuses on the social, environmental and economic factors that are needed to ensure a development for the existing community that does not affect the ability of future generations to enjoy the same opportunities.

….our vision for this:

We wish to set up a Social Center (“The Hope Center”) in the middle of Kasala village in favor of its inhabitants and surrounding villages – to supply and support them for an independent life step by step. The plan is to construct 5 buildings with different functions:

The Hope Academy” (2 buildings): Nursery- and Primary school should provide Education for up to 450 children during the week. On weekends, it is planned to use the rooms for teachings and community outreaches, such as raising awareness about hygienical problems and diseases, as well as organizing business trainings. Later in future, we also would like to extend the trainings to teaching in practical professions such as joinery, tailoring or hair dressing, to later on include them actively in the life of the Social Center itself.

A Health Clinic: Starting on the bases of a pharmacy that provides medical supplies, we want to develop the clinic up to a medical standard of Level II. This clinic will be able to also serve some of the surrounding villages, taking the number of helped people to around 4600.

Orphanage / Dormitory (2 buildings): The first residence will serve the workers and especially teachers at the Social Center to assure their reliable availability and reducing problems of accessing the Center. The second building will be a safe shelter for orphans / disadvantaged children, who will be supervised by teachers, but especially by so nominated “Mama’s” of the village community.

Administration & Entreprising Block: Will house the offices and all enterprising, development and management units of Beacon of Hope Uganda and The Hope Centre facility

Youth Centre:

  • Youth Enterprising unit (IGIs like poultry farming, piggery projects, vegetable farming, shoe making, soap making, candle making, arts and crafts, solar cookers etc)

  • Youth Development desk (sports, games, talents empowerment, music, dance and drama, youth brass band)

Community Clinic:

  • Health care activities

  • Health education & disease control programs

  • Family planning

  • HIV/AIDS and related diseases control programs

Child Development Center (Hope Schools)

  • Partnership with schools in child development programs

  • Orphans and Vulnerable children support program

  • Sisters schools program

  • Kids Playgrounds

Women Enterprising Centre:

  • Production centre for women (arts and crafts, microfinance, agriculture, business and healthcare)

Community Library:

  • Education resource centre for the community (all books for kids, adults and youths, movies, newspapers, novels, magazines etc)

  • Computerized research centre

Mini-Museum:

  • Tourists attraction and education centre (art pieces, historical pics, and items of Uganda, culture promotion)

Guest House & Café:

  • Accommodation for volunteers and tourists alike

  • Villagers will benefit from volunteers and tourists staying there and sellings goods to them etc.

Das Gespräch fand auf Uganda statt, somit habe ich nicht viel verstanden, aber die Gesten sprachen Bände.. das konnte ich nur als große Begeisterung und Zustimmung deuten. Am Nachmittag gab es ein Sanitär Workshop, in Zusammenarbeitet mit Bughoka Womens Developement Organisation: https://www.facebook.com/SENDSANITARYPRODUCTSTOWOMENSNEEDS?pnref=story

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Samstag Abend waren wir ein letztes Mal feiern. Ben, Peter, Andrew und noch ein Freund kamen zu uns, danach gingen wir in einen Club. Es war ein schöner Abschied, auch wenn ich noch zu kränklich unterwegs war um so zu feiern wie ich es gerne getan hätte 😉 Wir sind gegen 2:30 schon Nachhause. Am nächsten Tag habe ich angefangen zu packen. Es zog sich in die länge, weil die Nachbarskinder immer wieder reinkamen und ich mich abgelenkt haben. Nachmittags sind wir zum Pool im Africa Village gegangen und haben Rony ca. 11 Jahre, einer unserer Nachbarn, mitgenommen. Andrew (ein Freund) und ich haben Rony versucht das Schwimmen beizubringen. Er war überglücklich.

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Montag bin ich nochmal zur Schule gegangen und habe mich verabschiedet. Die Kinder wollten unbedingt nochmal mit mir rennen, also sind wir alle von der Schule zum Hope Center gerannt mit großem Gejubel und Gekreische. Der Abschied war nicht leicht… Um 16 Uhr machten wir uns auf nach Kampala, von wo um 20 Uhr mein Bus nach Nairobi ging. Ich verabschiedete mich von Scovia und Abel. Abel war wahrscheinlich überfordert und konnte nicht mit der Situation umgehen. Er saß vor dem Fernseher und aß als ich reinkam und meinte ich würde mich jetzt aufmachen. Er saß da, mit seiner Schüssel in der Hand und winkte. Ich sagte nur wie so oft: „stupid Abel“ und „stand up“. Er stand auf und ich umarmte ihn und machte ihm nochmal klar, dass ich ihn nicht vergessen werde, weil das seine größte Angst war und er immer wieder nachfragte: „will you remember me?“. Scovia weinte und wäre ich noch eine Sekunde länger geblieben, hätte ich mich ihr angeschlossen. Sie ist eine sehr gute Freundin geworden. Für sie war der Abschied besonders schwer, das sie darauf hoffen muss, dass ich wieder komme. Sie hat keine Möglichkeit, mich in Deutschland zu besuchen (sie hat mir über Sophia eine Sprachnachricht hinterlassen. So entzückend, wir mussten lachen. Jedenfalls bedankt sie sich für alles. Bei allen die Sophia’s und mein Projekt unterstützt haben. Sie liebt euch alle;)). Die Busfahrt an sich war ok. Außer das ich nach dem Border für 9-10 Std. keine Möglichkeit mehr hatte, eine Toilette aufzusuchen. Dank Harry, ein neuer Freiwilliger für Beacon of Hope, hatte ich den Kontakt eines vertrauenswürdigen Taxifahrers. Dieser holte mich in Nairobi ab. Fuhr mich zum Masaai Market. Hier konnte ich nur schauen und nichts kaufen. Da meine Bankkarten nicht funktionierten, musste ich einkalkulieren wie viel Geld ich für einen Tag in Nairobi brauchen würde. Shoppen war nicht mit drin (waren aber schöne Dinge dabei!!!), was schwer war, weil ich von den Verkäufern bedrängt wurde.. Ich bin dann geflohen. Zurück in meinem Taxi sagte mir mein Taxifahrer, dass ich bei einer Freundin von ihm die Zeit bis zu meinem Flug überbrücken könnte und er mich abends dort abholen würde, um mich zum Flughafen zu bringen. Ihm war es wohl nicht geheuer, mich in einem billig Hostel abzusetzen. Die Freundin lebte zusammen mit ihrer Schwester und ihrem Sohn in einem angenehmen Viertel, außerhalb der Stadt in einem Zimmer von ca. 18qm. In diesem Raum waren Küche, Wohnzimmer sowohl als auch der Schlafbereich. Für mich war es perfekt. Die Frau war sehr nett und süß und der Sohn sowieso. Ich konnte mich frisch machen, bekam essen und legte mich mit dem Kleinen zum schlafen hin. Um 19 Uhr wurde ich abgeholt und zu einem luxuriösen äthiopischen Restaurant gebracht. Dort konnte ich meine restlichen Kenia Schillinge gut loswerden. Es war wirklich lecker! Danach ging es auf zum Flughafen und dann ab nach Deutschland. Erst als ich im Flugzeug saß, konnte ich entspannen. Ich dachte mir die ganze Zeit, dass mein Tag zu perfekt ablief und irgendwas noch schief gehen müsste. Der Flug war angenehm, die Ankunft war schön, aber auch seltsam und komisch. Nur weil ich jetzt nicht mehr in Uganda bin, heißt es noch lange nicht, dass ich aufhöre mein Projekt weiterzuführen. Im Gegenteil: Sophia war ja schon von Anfang an dabei, hat mir mit allem geholfen und jetzt haben wir zusammen ein neues Projekt entworfen. Auf die Idee kam ich schon in den ersten Wochen meinen Aufenthaltes. Ein Junge aus meinem Bezirk, James, hat mir erzählt, dass er sich die Schule nicht finanzieren kann. Wie wir wissen, ist das nichts Seltenes. Ich habe da schon mit dem Gedanken gespielt, für James ein Sponsor zu werden oder viel besser, jemand anderen zu finden. Ich hatte dann so viel zutun, dass ich die Idee erstmal nicht weiterverfolgen konnte. Als Sophia dann kam, hat sie es in die Hand genommen. Schon in der ersten Woche traf sie sich mit James und seiner Mutter und ging mit James zur Schule um alles weitere zu klären. Ab hier lass ich Sophia selbst berichten: Als mein kleine große Schwester abreiste, war ich erstmal ganz schön geknickt. Wir hatten eine wunderschöne, unvergessliche Zeit- ich bin sehr glücklich und dankbar, dass wir all das zusammen erleben durften. Aber schon am nächsten Tag war keine zeit mehr für Trübsal, denn der neue Alltag forderte mich kräftig heraus- so viel zu tun…viel Zeit hatte ich ja auch nicht mehr. Ich habe die Primary P3 von Charlotte übernommen und ebenfalls auf englisch in Englisch, Mathe, Lesen und Schreiben unterrichtet. In der Secondary unterrichtete ich Deutsch. Es hat mir sehr viel Spass gemacht und die Schüler habe ich alle ins Herz geschlossen. Einen Jungen ganz besonders: David. Er ist einer der besten Schüler unserer Klasse gewesen. Er fehlte plötzlich 2 Tage hinter einander…ich fragte wo er ist, mir wurde gesagt, er könne nicht zur Schule kommen, da seine Mutter die Schoolfees nicht für all ihre Kinder zahlen kann. Das hat mich sehr traurig gemacht, weil er so gern und gut gelernt hat. Da Charlotte und ich schon für James, unseren Nachbarsjungen die Idee hatten einen Sponsor zu finden, dachte ich mir, na gut, dann find ich eben für David auch einen! Ich machte Moreen, einer der Lehrerinnen, den Vorschlag, für David ein Profil zu erstellen, um zu versuchen ihm eine finanzielle Unterstützung zu finden. Dann sagte sie, es gäbe noch 27 weitere „Pupils in need“. So entwickelte sich mein nächstes Projekt. Ich interviewte jeden kleinen Schüler einzeln und unterhielt mich mit deren Eltern- jedenfalls mit denen, die es sich einrichten konnten, mich in der Schule zu einem Gespräch auf zu suchen. Übersetzt hat Moreen. Die Profile sind in Arbeit- ich werde sie hier über Charlottes Blog veröffentlichen. Ausserdem lernte ich, wie einige schon wissen, in meiner letzten Woche dort, die kleine Hannah und ihre Familie und deren Schicksal kennen. Dieses kleine süße Wesen eroberte mein Herz innerhalb kürzester Zeit. So war ziemlich schnell klar, dass ich hier ein weiteres Projekt gefunden hatte 😉 Überrascht und unglaublich dankbar erlebten wir mit unserer kleinen Spendenaktion einen recht großen Erfolg und tolle Hilfsbereitschaft aus Deutschland!

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Dann erfuhr ich, dass Mohammed, einer unserer Schüler, an Syphilis im 3 Stadium erkrankt ist. Allein sein Anblick tat weh. Seine Beine und vor allem die Füße sind wund und ganz steif. Ich hielt Rücksprache mit Charlotte in Deutschland und noch am selben Abend schrieb ich den zweiten Spendenaufruf. Auch hier wurde überraschend zeitnah und großzügig gespendet! Heute war er zur ersten Behandlung im Krankenhaus. Begleitet haben ihn seine Lehrerin Margaret und unsere gutherzige, engagierte Scovia!

Spendenaufruf Mohammed:

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Wenn es nicht so dringend wäre, würd ich nicht schon wieder um Spenden bitten. Diesmal geht es um SSekidde Mohammed, ein Schüler aus Charlottes und meiner Klasse P3. Er ist 9 Jahre alt, lebt bei seiner Oma, sein Vater ist gestorben, seine Mutter lebt weit weg in der Stadt Kampala mit seinen beiden jüngeren Geschwistern. Mohmmed ist an Syphillis erkrankt. Er leidet nun schon sehr lange darunter- mitlerweile hat die Krankheit schon das dritte Stadium erreicht. Er klagt kaum, er ist eher ein sowas von witziger Kerl, abermman sieht ihm seine Schmerzen an. Hin und wieder sagt er: „Teacher, teacher I have pain!“ Seine Oma kann ihm keine Behandlung mehr bezahlen. Sie haben verschiedene Therapien begonnen, konnten sich jedoch nie eine komplette Behandlungsphase leisten. Zur Zeit wird nichts mehr unternommen. Die Zeit drängt, seine Knochen sind sehr angegriffen, dies verhindert eine gesunde Entwicklung seiner Beine usw…die größte Angst hat er davor, dass man ihm seine Beine abnehmen muss und, dass die Krankheit sein Gehrin und sein komplettes Nervensystem angreift. Es gibt hier in der Nähe, in Africa Village, ein Krankenhaus, welches Syphilis behandelt. Wenn wir 75 euro zusammenkriegen, können wir ihm die 8- teilige Behandlung, plus Transferkosten für den Hin- und Rückweg ermöglichen. Er wird mit einer bestimmten Injektion behandelt, welche die Syphillis in seinen Knochen bekämpft (soweit ich verstanden habe mit Penicillin und Antibiotika). Ich habe mit Margret, einer Lehrerin hier, darüber gesprochen. Sie ist bereit ihn zu den insgesamt 7 Behandlungen (2 Injektionen werden schon während der ersten Behandlung gespritzt) ins Krankenhaus zu begleiten, da seine Oma dazu nicht mehr in der Lage ist. Das Geld werde ich morgen selbst schon vorstrecken- damit sofort begonnen werden kann…muss wirklich schnell gehen und da ich morgen schon auf dem Rückweg nach Deutschland bin, ist keine Zeit zu verlieren. Falls jemand der gestern schon für Hannah gespendet hat und einen Teil davon für Mohammed verwenden möchte- einfach kurz bescheid sagen 🙂 Herzlichen Dank für eure Aufmerksamkeit!

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