Reiseberichte

Erster Bericht aus Uganda

Hallo ihr Lieben, es ist soweit, ich bin jetzt seit vier Tagen in Uganda, im Mukono District. Ich wurde am 08.01.15 von Isaac Ssamba (der Vorstandsvorsitzende der Organisation “Beacon of Hope”) am Flughafen abgeholt. Da ich zur Visabeantragung in einer endlosen Schlange stand, musste Isaac sehr lange warten. Als ich dann endlich raus kam, standen dort viele wartende Menschen. Ich sah ein Schild mit meinem Namen drauf und nickte dem Mann zu der es hielt. Kurz danach stellte sich raus, dass der Mann Isaac persönlich war. Er umarmte mich erleichtert. Er sagte mir, dass er sich nicht mehr sicher war, ob ich noch auftauche. Gut für mich, dass er nicht früher gegangen ist… 😉

Wir liefen zum Taxi und fuhren los. Es ging drei Stunden durch Hitze, Stau und buntes Caos. Ich schaute aus dem Fenster uund schnappte soviel auf wie mir möglich war. Ich war sau fertig und müde und schlief deswegen immer wieder ein. Ich wachte gerade wieder auf, als wir durch meinen jetztigen Wohnort fuhren. Es liegt abseits von Mukono town und gehört zum Mukono Distrikt und heißt ‘Kubiri’. Ich bewohne eine Dreizimmerwohnung gleich neben Isaac’s Wohnung. Ich wurde sehr nett empfangen und konnte mich schon gut einrichten. Trotzdem wird es noch dauern mich hier einzuleben und mich alleine zurecht zu finden. Ich bin hier fast die einzige Weiße (‘Mzungu’) und so fühle ich mich auch. Auch wenn alle sehr freundlich und offen sind, wird man anders behandelt und fühlt sich fremd. Doch das wird sich bald ändern ;)…
So jetzt zum wichtigen Teil. Isaac hat mir heute, 09.01, nochmal alles erzählt wie die Hilfsorganisation aufgebaut ist, wie sie arbeitet, was sie erreicht hat und was das nächste Ziel ist.
Das nächste Ziel ist der Bau des “Hope Centers”. Es wird hauptsächlich als ein neues Zuhause für Waisenkinder dienen. Es wird eine Schule geben und einen Gemüsegarten (es ist ein großes Grundstück).
Heute, 10.01.15, sind Isaac und ich dorthin gefahren. Die Gebäude stehen schon. Doch man sieht, dass es in den letzten Wochen, bzw. Monaten vernachlässigt wurde. Es ist viel Gestrüpp gewachsen. Als erstes müssen die Toiletten als Grundausstattung finanziert und gebaut werden. Dafür wird auch ein großer Teil der Spendengelder eingesetzt. Je nachdem wie viel dann noch von dem Geld übrig ist, können wir weitere wichtige Dinge für das “Hope Center” finanzieren. Dank eurer großzügigen Spenden können wir jetzt Material kaufen und das Projekt fortsetzen. Bis Februar soll alles fertig sein und die ersten Kindern sollen aufgenommen werden.

 

 

 

 

Zweiter Beitrag/Erste Woche,

Montag haben wir angefangen die Arbeiten am Hope Center und am Grundstück fortzusetzen.
Als wir Scovia (Mitarbeiterin von ‘BoHU’, meine neue und einzige Freundin ;D) und ich, gegen 11:00 ankamen, haben die Männer einen Großteil der Wiese gedrescht und das Loch für die Toiletten war bereits in Arbeit. Es fängt langsam aber stetig an. Erstens weil wir auf Material warten und zweitens weil wir u.a Arbeiter aus dem nächsten Dorf haben, welche gerne viel selbst gebrannten, hochprozentigen Alkohol trinken (so wie ich das verstanden habe arbeiten sie kostenlos, können dann aber ihre Kinder auf die Schule gehen lassen). Aber versteht mich nicht falsch, sie sind sehr lustig und freundlich und wenn das Material da ist und mehr Geld für Arbeiter, kann es richtig losgehen.
Wir haben dann die nächsten vier Stunden das Gras zu Haufen gerecht und verbrannt. Ein kleiner Junge war die ganze Zeit bei uns und Spielte mit meinem mitgebrachten Volleyball.
Nach vier Stunden Arbeiten, Ballspielen und Päuschen fuhren wir mit dem ‘Boda Boda’ (Motorradtaxi) nach Hause. Alle Kinder die mich sehen freuen sich und rufen ‘Mzungu’ (Weiße) und ‘how are you, how are you?’. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt und grinse jedes Kind an, was dann anfängt begeistert zu lachen.
Insgesamnt kann ich sagen, dass ich schon gut angekommen bin. Sonntag habe ich einen Wasserfall (Sezibwa falls) besucht. Scovia hatte keine Zeit mitzukommen, also schrieb sie mir im Detail auf mit welchem Gefährt (Boda Boda für kurze Strecken oder Taxi für längere Strecken) ich für wie viel Uganda Schilling (damit ich mich nicht abzocken lasse.. denn Weiße sind allgemein Reich..;)) von A nach B komme und wieder zurück. Damit ich auch ganz auf der sicheren Seite bin, gab sie mir noch ihr zweites Handy und Isaac und Sie riefen mich alle 30 Minuten an, ob alles okey sei.
Ich fand es total toll alleine unterwegs zu sein. Man sieht gleich alles irgendwie anders. Das erste Problem war allerdings schon im Sammeltaxi, da es keine gekennzeichneten Haltestellen wie bei uns gibt. Das Taxi rast die Straßen lang und sobald jemand gesehen wird, der zu Fuß unterwegs ist, wird wild gehupt. Wenn der ‘Angehupte’ keine Lust mehr auf laufen hat, winkt er und prompt hält das Taxi an und weiter geht die Fahrt. Jedenfalls wusste ich zwar den Namen des Dorfes wo ich aussteigen sollte, aber nicht wie ich es erkennen soll. Eigentlich sind immer alle sehr hilfsbereit, vor allem die Männer (die sind aber auch ständig dem Geld hinterher), aber ich hatte leider eine sehr zurückhaltende oder auch abweisende Sitznachbarin und als ich sie fragte, wo wir seien und wie weit es noch bis nach Kayanja sei, brummelte sie nur etwas undeutliches und wandte sich ab. Ich entschied mich dafür, mich darauf zu verlassen, dass mir der Taxifahrer oder sein Gehilfe/Geldeinsammler bescheid geben würde. Diesmal war das Glück auf meiner Seite. Von Kayanja nahm ich ein Boda Boda Richtung Einöde. Wir fuhren ca. 10 Minuten an Feldern und Hütten vorbei und schwuppdiwupps- schon waren wir da. Jetzt kam mein nächstes Problem. Scovia hatte wohl vergessen mir aufzuschreiben, dass ich Eintritt zahlen muss. Und zwar 10.000 UGX. Die hatte ich gerade mal dabei.. hätte also kein Geld mehr um zurück zu fahren. Da stand ich also als pleite Weiße und der Wärter hatte dann Mitleid und ließ mich für 5.000 UGX den Eintritt gewähren. Es war ein Park, mit einem Wasserfall und Wiesen zum Picknick machen o.ä. Es war eine schöne Abwechslung zum Staub und Lärm. Außerdem konnte ich mich gut sonnen.. :)
Heimwärts musste ich bis nach Kayanja laufen, weil die Boda Boda’s nicht in der Einöde auf Kundschaft warten. Ich fand es aber total schön ein wenig zu laufen. Alle die an mir vorbeikamen, riefen freundlich ‘how are you?’ und grinsten.
Jedenfalls kam ich gut Zuhause an.
Dienstag, 13.01, haben wir wieder gearbeitet. Wir haben Mais geerntet, Pflanzen gegossen und wieder gerecht und das Gras verbrannt. Abends ist Material für die restlichen Böden angekommen. Bin mal gespannt wie es morgen weiter geht.
Dienstag Nacht sind wir ausgegangen. Dienstag ist die ‘Clubnacht’. Als wir durch unsere Straße Richtung Stadt liefen, war diese wie leergefegt. Jeder geht Dienstag Nacht feiern. Es war auch echt gut. Ich war die einzig Weiße in dem Club und hatte erst schiss, dass ich mich spätestens beim tanzen blamiere.. Aber nein, hat total Spaß gemacht. Ich wurde von Isaac, Scovia und Freunden der beiden ziemlich gut bewacht.. Kam mir jemand zu nahe, wurde dieser weggeschickt. Das war mir unangenehm, weil es eigentlich alles nette Menschen waren die einfach nur tanzen wollten. Ein nettes Mädchen habe ich kennengelernt, wir wollen uns nächste Woche wieder dort sehen.
Über heute, Mittwoch 14.01, gibt es nicht viel zu sagen. Nur: Kater, ewige Fahrt nach Kampala, alles was ich erledigen wollte hat nicht geklappt und ewige stinkige Fahrt zurück.. 😉

Zweite Woche 15.01/erster Eintrag

Donnerstag und Freitag haben wir weiter gearbeitet. Das Gras ist weg, die Böden sind in Arbeit und sehen schon nach was aus und das Loch für die Toiletten ist auch bald fertig. Es muss ca. 50 Meter tief sein.

Donnerstag liefen Scovia und ich wieder vom Hope Center, welches sehr abgelegen liegt und man daher kein Boda Boda bekommt, in die nächste Stadt, Kalaja. Scovia musste zum Friseur. Ich wartete draußen und wurde von den Kindern beobachtet. Es wurden immer mehr. Sie schlichen an mir vorbei und schauten mich dabei verstohlen an. Wenn sie merkten, dass ich sie sehe und sie dann anlächelte, grinsten sie glücklich und kamen ab jetzt öfter vorbei. Immer das selber Spiel. Eine kleine Gruppe von 2-3 Jährigen, ca. 20 Meter von mir entfernt schauten mich an und glucksten die ganze Zeit rum. Sie hatten sich ein paar Müllsäcke geholt, schlüpften in diese und hoppsten rum. Der mutigste rief immer wieder ‘how are you’ und ich ‘I am fine’. Als ich dann nicht mehr rüberrufen wollte, zeigte ich den Daumen nach oben. Das feierten sie total und hielten ihre Daumen hoch.
Mittlerweile war Scovia dran und bekam ihre Haare gewaschen. Erst wurde ihr eine weiße Paste in die Haare geschmiert. Dauerte ungefähr- ewig. Dann wurde diese ausgewaschen.. und wie das fand ich elegant. Fast wie bei uns, nur mit dem Equipment, was eben da ist. Hier gibt es kein Waschbecken mit Wasserhahn, fließendem Wasser etc., aber ein Plastikwaschbecken mit Kuhle und zwei Eimern darunter. Der eine für das dreckige Wasser und der andere für das Saubere mit dem die Haare gewaschen wird.
Ich fragte Scovia, wie oft sie das machen ließ, sie sagte zweimal im Jahr. Shampoo sei zu teuer. Sie trägt jetzt einen festen Dutt und den für die nächsten 6 Monate. Man darf aber nicht vergessen, dass die afrikanischen Frauen anderes Haar haben.. Es sieht nicht fettig aus, wie bei uns schon nach zwei Tagen-

Gestern, Sa. 17.01, war ich beim ‘Source of the Nile’. Von meinem Distrikt fährt man mit dem Taxi ca. 1,5 Stunden in die viert größte Stadt, Jinja (beliebt bei Touris). Auf der Taxifahrt wurde ich von einer Frau namens Atra, ungefähr in meinem Alter nach meinem Namen und nach meiner Handynummer gefragt. Mir viel kein Grund ein, ihr meine Nummer vor zu enthalten also gab sie ihr. Ihre bekam ich dann auch. Könnte ja mal anrufen ;)). Von Jinja nimmt man ein Boda Boda zu den ‘Source of the Nile’. Ich habe mich direkt von einem jungen Typen bequatschen lassen und habe eine 30 minütige Bootstour gemacht. Nicht besonders spannend aber ganz schön! Außerdem habe ich einen guten Deal rausgehauen…

Danach bin ich spazieren gegangen und habe mich auf eine Wiese gelegt. Kurz darauf kam ein Mädchen, Babirye Martha 19 Jahre, und setzte sich zu mir und zeigte mir prombt alle Bilder auf ihrer Kamera. Sie spielt Golf, ist wohl sehr gut und hat eine Gruppe von Kindern, welche sie kostenlos trainiert. Sie studiert in Jinja. Sie wollte dann auch meine Handynummer, gab mir auch ihre und lud mich ein, nächste Woche mit ihr was zu unternehmen, was nicht viel Geld kostet :)) Juhuu…
Später wollte ich dann in die Stadt und was essen. Dann rief eine Gruppe von Jungs hinter mir her, ich sagt hallo, ging aber weiter. Einer holte mich dann ein und wollte mir Armbänder verkaufen, ich habe gesagt, dass ich kein Geld habe. Haben uns kurz unterhalten und dann hatte ich einen weiteren Kontakt in meinem Handy.. hoho. So ich lief ca. 50 Meter weiter und an einem ‘Restaurant’ vorbei und wurde dann von zwei Männern eingeladen, mit ihnen zu essen. Ich erst äh ne, aber dann ja klar, warum nicht… Es gab Bohnen und Reis. Wir unterhielten uns ganz gut. Der eine arbeitet hier. Danach machte ich mich wirklich los. In Jinja angekommen lief ich die Main Street entlang. Hier gibt es viele kleine Läden mit Kunst und verschiedenen selbst gemachten Dingen und dicke Engländer…Missionare oder Freiwillige- wie ich, nur in einer Gruppe unterwegs und nicht wie ich alone (aber bin ja nie lange alleine ;)).
Ich fand sogar einen guten Bookshop (war letzte Woche in einem in Kampala, da gab es nur Bibeln..). Ich suche nach englisch Büchern für Kinder um zu lernen, da ich ja wahrscheinlich ab Februar unterrichten werde. Muss mich bisschen vorbereiten… Wenn das jemand liest, der Ideen hat und mir helfen kann, ich würde mich freuen!
Dann setzte ich mich in ein Cafe und trank einen Cappuccino. Hätte nie gedacht, dass ich hier einen guten Cappuccino finden werde. Aber wie bereits erwähnt, Jinja ist ein kleines, feines Touristädtchen. In dem Cafe waren auch alle anderen Weißen, denke größtenteils aus Amerika und England. Dann machte ich mich auf den Heimweg.
Zuhause angekommen, hatten wir besuch von Alf, ein Freund von Isaac aus England. Alf hatte vor 18 Monaten einen schweren Arbeitsunfall in England und verlor dabei seinen Unterarm. Er hat da jetzt einen Haken dran.. Auf Empfehlung seines Arztes in die Sonne zu gehen (die Kälte in England bereitete zu krasse Schmerzen), entschied er sich letztes Jahr hierher zu kommen. Er arbeitet mit einer anderen Organisation auch hier in der Gegend. Er hat eine Schule in einem Dorf wieder aufgebaut (Garten, Waschmaschine, Gebäude etc.) und arbeitet dort jetzt immer noch. Nächsten Samstag soll ich mal in das Dorf kommen und mir die Schule anschauen.
Noch ganz kurz zu Uganda: die Felder und Wiesen sind grün hier, es ist aber sehr trocken. Es sind so 25-30 Grad, es weht aber immer ein frisches Lüftchen und nachts kühlt es ab. Sehr angenehm . Die Straßen sind rot-braun, sehr holprig, nichts für feine Autos. Die Städte sind bunt, laut und staubig. An den Straßen wird Streetfood angeboten: gegrilltes Hähnchen am Spieß, getrocknete Bananen, verschiedenes Gebäck z.B Samosas u.v.m. Wie ihr bestimmt wisst, ist es ein sehr armes Land. Die Distrikts sind wie Slums. Wenn die Regenzeit kommt (ende März), verlieren viele ihre ‘Häuser’ und die Straßen können auch ganz verschwinden. Die Kinder hier in meinem Distrikt haben keine Spielsachen, aber sie sind nicht unglücklich, sehr kreativ ;))
Wenn man unterwegs ist, und nicht von alleine freundlich angeschaut wird, braucht man einem nur kurz in die Augen zu schauen und zu lächeln und du bekommst ein Lachen zurück. Wenn ich daran denke wie wenig Freundlichkeit und wie viel Misstrauen viele Deutsche immer noch Ausländern, bzw. Farbigen entgegenbringen, schäme ich mich einfach nur. Obwohl ich in deren Augen reich und hübsch bin, ist die Mehrheit freundlich zu mir. Ich könnte auch gut verstehen, wenn es umgekehrt wäre.. Bin aber froh, dass es nicht so ist.. Sonst würde ich mich hier wirklich alleine fühlen.
Gerade habe ich Abel 20 Jahre, er kümmert sich um den Haushalt, einen Emailaccount und Facebook eingerichtet. Er war voll begeistert und wollte eine alte Freundin finden. Leider erfolglos. Jetzt habe ich gerade meine geile Bose Box rausgeholt mit meinem Ipod und Musik angemacht. Abel hat nachgegfragt wie das funktioniert und ich meinte über Bluthooth. Er probierte es gleich aus. Nahm den Ipod, lief rum und wechselte alle drei Sekunden das Lied und war erstaunt.

 

 

Zweite Woche, zweiter Beitrag aus Uganda

Montag und Dienstag haben wir wieder gearbeitet. Das 50 Meter tiefe Loch von der Toilette ist fertig und der Boden auch. Isaac war total glücklich über den Fortschritt und fragte mich, wie denn meine Stadt heißt und ob die Leute alle aus dieser Stadt kommen, die gespendet haben. Er möchte jetzt irgendwo an der Außenwand der Toilette ‘Charlotte Fulda’ o.ä markieren 😀 Juhu eine Toilette trägt evtl. meinen Namen. Auch wenn viele die gespendet haben nicht aus Fulda kommen, weis jeder was gemeint ist. Naja wir werden sehen. Vielleicht fällt uns noch was besseres ein. Hätte auch nichts dagegen wenn die Toiletten einfach ‘Toiletten’ heißen. Muss ja nicht jeder an Fulda und mich denken wenn er…

Diese Woche, hoffentlich morgen oder gerade jetzt, kommt der erste Teil der Spendengelder auf das Konto von ‘Beacon of Hope Uganda’ an. Warum erst jetzt? Gute Frage.. ich habe Probleme mit meinen Bankkarten, Visa als auch Mastercard von VR Bank werden nicht anerkannt, obwohl sie es mir garantiert haben. Daher überweise ich das Geld jetzt auf das Bankkonto der Hilfsorganisation. Ist ja egal über welchen Weg es ankommt. Alle Wege führen zum Ziel ;)
 Apropo es sind auch noch mehr Spenden angekommen. Wir sind jetzt bei 2300 und noch was Euro. Das sind ca. 7824.640 UGX. Isaac hat sich total gefreut, als ich ihm das gestern berichtet habe und sich nochmals bedankt. Also vielen, vielen Dank.. weiter so! ;)) Es ist niemals genug.. 😛 Wir wollen ja schließlich die Dächer fertig gebaut bekommen, einen Garten anbauen, ein Paar Hühnchen und Schweinchen haben, damit das Hope Center eine Zukunft hat und es sich zum größten Teil von eigenen Produkten ernähren kann und unabhängig wird.
Gestern Abend war wieder ‘Clubbing’ angesagt. Scovia und ich waren eigentlich total fertig, aber wir rafften uns auf. Ich trank brav meine zwei Bier, unterhielt mich mit eigentlich netten, aber auf Dauer sehr nervenden Männern (hauptsächlich daher anstrengend und nervig, weil ich deren ‘englisch’ nicht verstehe und es dann immer ungefähr so endet: “what, what, whaaaat????” 😀 und die dann immer denken, ich könnte kein englisch :((
Heute wollten wir eigentlich arbeiten gehen, aber als ich um 11:00 zum Frühstück kam, lag Scovia noch im Bett. Sie hatte wohl kaum schlafen können. Ich sagte ihr, dass wir ja nicht gehen müssen, wenn es ihr nicht gut geht. Also wuschen wir heute Wäsche, was sowieso getan werden musste. Ich wollte eigentlich nicht so viel waschen und holte nur das nötigste. Scovia machte ein baffes Gesicht und fragte, warum es nur so wenig ist. Ich meinte, dass ich die Arbeitssachen ja nicht waschen muss, weil sie morgen eh wieder dreckig werden. Sie: “you want to go dirty to work?”und grinste. Also gingen wir zurück in mein Zimmer und wuschen fast alles. Hier waschen wir mit drei Eimern. In den ersten zweien mit Seife und zwar gründlichst schrubben und im dritten Eimer mit klarem Wasser ausspülen. Scovia:”I know you have washing maschines, here is Scovia maschine” ;).

Dritte Woche 25.01, erster Beitrag aus Uganda

Hallo ihr Lieben,
Donnerstag und Freitag haben wir wieder gearbeitet. Die Toiletten wurden gebaut, ich habe sogar bisschen gemauert, aber zum größten Teil haben wir Frauen verschiedene Gartenarbeiten erledigt. Heute soll das Dach der Toiletten gemacht werden. Bin mal gespannt wie es morgen aussieht.

gerne mit ‘Beacon of Hope’ zusammenarbeiten möchte. Sie zeigten uns ihre laufenden Projekte und ihre Pläne für die Zukunft.
Ich werde euch jetzt nicht jedes einzelne Projekt vorstellen, aber die wichtigsten: Alten Menschen und allein erziehenden Frauen wird zu einem neuen Zuhause verholfen. Dann wurden 3000 Mangobäume finanziert, deren Früchte man in 2-3 Jahren an die großen Fabriken hier verkaufen kann, welche davon dann Säfte herstellen. Es wird also viel Geld einbringen. Zusätzlich möchte diese Organisation eigenen Honig herstellen, der dann natürlich auch für gutes Einkommen sorgen wird.

Gegen Abend fuhren wir dann zu einer Schule, welche diese Organisation geplant hat. Die Straßen waren in der Gegend so richtig schlecht, ein riesen Schlagloch nach dem anderen. Uns wurde gesagt, dass eine Straße zu dieser Schule vom Staat finanziert wird und gerade fertig geworden sei. Von wegen! Sie wurde gerade gemacht…wir fuhren trotzdem weiter.. und schwupps schon war die Achse gebrochen. Dazu kam, dass wir noch dem Riesengefährt, welches gerade dabei war die Straße platt zu fahren, aus dem weg fahren mussten. Naja für die Kinder im Dorf war es eine aufregende Aktion und Isaac nahm es ziemlich gelassen, dafür, dass es noch nicht einmal sein Auto war, was er kaputt gefahren hatte. Es kam dann jemand, der sich auskannte und wir konnten erst mal weiterfahren.

Dann wurde uns die Schule gezeigt. An den Fotos könnt ihr sehen, dass sie eher schlecht als recht ist, das liegt daran, dass die Eltern sich entschieden haben, eine Schule so schnell wie möglich zu bauen, mit dem was da ist und nicht auf Spenden und Material zu warten.. Es ist ein neues ‘richtiges’ Schulgebäude geplant und auch ein Geburtshaus, weil die Frauen bisher zusehen müssen, wie sie zum nächsten Krankenhaus kommen. Meistens dann mit dem Boda Boda, was eine Zumutung und zu teuer ist. Wenn man die Nachrichten hier verfolgt, wie ich das natürlich tue, weiß man, dass dieses Thema gerade stark diskutiert wird. Für die Frauen aus den Dörfern ist das Boda B. die einzige Möglichkeit zum Krankenhaus zu kommen. Es ist aber sehr gefährlich und zu teuer. Da das Krankenhaus auch nochmal 10.000 UGX nimmt (2,98 Euro) und 1 Km mit dem Boda ca. 1.000 kostet. Das rechnet sich hoch, vorallem wenn man eigentlich 0,0 UGX zur Verfügung hat. Aber manche Menschen scheinen das noch nicht begriffen zu haben und kommen den Frauen nicht entgegen! So jedenfalls finde ich, hat die Organisation eine Vision mit Zukunft. Wir sind dann noch zu dem Brunnen gelaufen, der für das Dorf gebaut wurde. Dort waren lauter Kinder mit Kanistern. Wasser holen ist Kinder- und Frauensache. Auf dem Rückweg habe ich mich gewundert, warum wir Erwachsenen nicht einfach ein paar Kanister den Kindern abnehmen. Ich habe dann von zwei Mädchen die Kanister getragen, einen kleinen, vllt 2-3 L und einen 5-7 L. Für mich war das Ok (gerade so uff), aber für so kleine Zwerge und dann tragen die einen 5-10 L Kanister (je nach Alter) auf dem Kopf, uiuiui.

Samstag war ich Alf, den Engländer in seinem Dorf “Kasawo” besuchen. Er wohnt bei der Community School, in dem Guesthouse. Als ich mit dem Boda Boda dort ankam, war erst mal keine Menschenseele zu sehen. Doch dann kamen zwei Frauen lachend zu mir gelaufen, die eine war überglücklich und hielt ständig meine Hand und umarmte mich wieder und wieder. Später erfuhr ich von Alf, dass sie Henriette heißt und schon von Anfang an, an dem Schulprojekt beteiligt war. Sie hat vier Kinder, einen Mann, der sich andere Frauen gesucht hat und nie da ist und hatte nie einen Job. Sie haben wohl davon gelebt, ab und zu mal Bananen zu verkaufen. Jetzt hat Alf ihr eine Waschmaschine gekauft und pro Wäsche bekommt sie 1000 UGX (0,30 Cent).

 

Die Schule und das Grundstück sehen schon echt gut dort aus. Bevor Alf vor einem Jahr dorthin kam, wurde dort geklaut und die Schule war dabei, zugrunde zu gehen. Jetzt hat sie einen Garten mit Bananenbäumen und Ananasbete, eine Ziege, Schweine und Hühner. Alf und Chris (19 Jahre, lebt auch in dem Guesthouse und ist im wahrsten Sinne des Wortes Alf’s rechte Hand) stellen Blöcke zum Gebäude bauen selbst her und verkaufen diese dann. Chris versucht sich damit seine Ausbildung und den Zugang zur Schule für seine vier Schwestern zu finanzieren.

Jedenfalls sind wir dann ins Dorf (was fast wie ein kleines Städtchen ist) gelaufen und Alf war Shirts shoppen. Weil alle uns anschauten (Alf war bereits weit bekannt, aber ich war die erste weiße Frau seit Monaten) und fragten wer ich sei, sagte Alf immer ‘my wife’, dann lachten alle und mir war es sehr unangenehm, weil ich denke, dass viele es geglaubt haben, pfui….und dann haben Chris und ich fürs Abendessen eingekauft: Fisch mit Gemüse und Süßkartoffeln . Dann waren wir noch ein Bier im Gettho zischen ;P und sind dann zurück. Chris hat gekocht, Alf, ein weiterer Mitarbeiter und ich haben geraucht und geduldig gewartet
Morgen fängt die Schule wieder an und ich soll mal vorbeikommen, Deutsch und Volleyball Unterricht geben. Wir haben sogar schon ein Netz, fehlt nur noch ein guter Ball.
Heute morgen haben Chris und Alf Pancakes mit Ananas für mich gemacht.

Bin nach dem deluxen Frühstück zurück und habe heute ersten Kontakt mit meinen Nachbarskindern geknüpft. Sie haben unters Tor hereingeschaut um mich zu beobachtet. Ich habe sie dann reingelassen. Sie schickten einen 2 jährigen vor, der tappte rein und dann traute sich auch der Rest :))

Bis Mittwoch,

 

Dritte Woche 29.01, zweiter Beitrag

So, das Dach der Toiletten ist seit Sonntag fertig und es wird jetzt eine Mauer drumherum gemauert und dann werden noch Duschen und Waschbecken hinzugefügt. Dann haben wir ein großes Beet frei gemacht. Erst Mais und Kartoffeln geerntet und jetzt planen wir dort ein Beachvolleyballfeld. Isaac wollte erst nur ein Netz auf der Wiese aufspannen. Jetzt habe ich vorgeschlagen, dass ein ganzes Beachvolleyballfeld auf längerer Sicht besser ist, weil die Wiesen hier werden oft stachelig und trocken und man muss sie pflegen und es macht halt viel mehr Spaß. Die Kinder werden sich riesig über den Sand freuen. Isaac nahm meinen Vorschlag sofort an und wir machten uns abends im Internet schlau, wie man ein Beachvolleyballfeld baut und auf was man achten muss. Ich möchte am liebsten bis Montag durcharbeiten und es dann fertig haben. Montag fängt nämlich die Schule an und auch wenn das Hope Center noch nicht fertig gebaut ist, haben wir das Grundstück schon aufgeräumt, von Gestrüpp und Steinen befreit, sodass es als Spielfläche genutzt werden kann und daher die Kinder von der Dorfschule vorbeikommen.

 

 

Die Nachbarskinder kommen jetzt jeden Nachmittag/Abend rein. Ein kleiner Junge immer ganz leise. Ich sehe erst nur ein schatten und höre sein leises Atmen. Er muss über die Mauer klettern, weil wenn jemand das Tor auf macht, quietscht es lauthals. Ihn höre ich nie…

Vielen Danke,
eure Charlotte

P.S: Ich konnte gestern den Bericht nicht schreiben, weil wir erst spät abends vom Hope Center zurückkamen und ich einen Sonnenstich hatte/habe.. Bräuchte mal bisschen Schnee, um mich ab zu kühlen.. ;))

Zuhause angekommen, konnte ich Privatsphäre vergessen. Die Jungs kamen wie selbstverständlich mit zu mir. Kurz darauf hörte ich von draußen “Mzungu, Mzungu” und die Kleinen standen vor der Tür. Ich ließ sie rein. Sie malten und spielten Ball und wir drei großen spielten “Neuner”. Später machte ich Musik an und tanzte mit den Mädels, das war sehr, sehr süß. Sie hatten total Spaß und ich auch.
Samstag Mittag fand in unserer Strasse ein Autorennen statt. Ich hörte lautes Kreischen und Rufen und brummende Motoren. Ich ging gerade raus, da kam mir James schon entgegen gerannt um mich zu holen. Die Leute standen an der Straße und bejubelten die aufgemoppten Autos mit dicken Motoren, die in regelmäßigen Abständen vorbeibrausten. Wenn man was sehen wollte, musste man schon ein wenig lebensmüde sein. James, mein Beschützer, hielt immer meine Hand und zog mich zurück wenn es brenzlig wurde. Das war’s halt auch, weil die Straße hier Schlaglöcher hat und Gräben links und rechts. Zwei Autos sind von der Straße abgekommen und in die Gräben gefahren und schleuderten dann rum. Ein Glück, das dort keine Menschen standen, sondern erst 20 Meter weiter. Aber den Leuten hier war das total egal. Die hatten ihren Spaß. Isaac sagte mir, dass dieses Cruisen von dem Mann gesponsert wird, dem unser Ort, Kubiri, gehört.

Abends kamen die Kinder wieder. Diesmal spielten wir im Hof und nicht in meinem Zimmer. Waren auch zu viele. Der kleine Zwei-Dreijährige wird immer frecher. Ist erstmal total süß und macht richtig Spaß, weil er total verrückt ist und wir immer tanzen. Er kann sogar ‘Mzungu, I want to dance’ sagen.. Aber dann hat er sich in meine Brüste verguckt. Die Stillzeit ist wohl noch nicht allzulange her. Jetzt versucht er mit aller Kraft, mein Shirt runterzureißen. Das macht das Spielen nicht leicht, weil ich immer auf der Hut sein muss. James habe ich wieder meine Kamera gegeben und los ging das Fotoshooting, seht ihr ja auf den Fotos.

Heute sind Abel, Alf, Chris und ich zu dem Mabira Forest gefahren, einer der größten Wälder hier in Uganda. Es gab auf dem Hinweg schon Komplikationen. Kurz: wir wurden falsch rausgelassen und mussten dann an der Hauptstraße bestimmt 4 Km zurücklaufen. Aber am Mabira Forest entlang und wir haben drei Affen gesehen Endlich beim “Center of Mabira Forest” angekommen, war der Eintritt für Abel und und Chris zu teuer. Fuhren dann nach Jinja, weil die Jungs noch nie da waren.

Morgen fange ich an in der Schule, in Kasala Village (beim Hope Center), zu arbeiten. Ich bin mal gespannt. Isaac hat mir gesagt, dass ich mir ein Projekt aussuchen kann, was ich mit den Kindern machen möchte. Er meinte auch, dass es Ziel von Beacon of Hope ist, neben den Hauptfächern wie , Mathe, Geographie, Englisch etc. also den “Denkfächern”, Bewegung einzubringen. Also waldorfpädagogisches Denken quasi. Kommt mir sehr entgegen. Ich habe mir überlegt, Spielstunden für die Kleinen und Sportunterricht für die älteren an zu bieten, so wie wie wir sie an unseren Waldorfschulen Zuhause auch haben. Ich bin natürlich keine ausgebildete Waldorfpädagogin, aber ich habe die beste Beratung von Annette Flemming . Ob das alles klappt, schreib ich dann nächste Woche.
Alles Liebe und Sonnenwärme aus Uganda :))

Vierte Woche 03.02, zweiter Beitrag,

Montag um 8:00 Uhr war ich an der New Hope Junior School Kasala. Moreen, eine Lehrerin der Schule und Hauptverantwortliche, kannte ich schon. Sie ist eine sehr nette aufgeweckte Frau. Sie und ein paar Kinder empfingen mich herzlich. Dann gingen wir ins ‘Office’ und unterhielten uns kurz. Zwei andere Lehrerinnen kamen noch dazu, eine für die 3-4 Jährigen und eine für P2 und P3. Kurz darauf wurden mir Aufgabenblätter gegeben und ich sollte P1 und P2 in Mathematik unterrichten. Das fand ich erstmal nicht so toll.

Die erste Aufgabe war: What are the missing numbers? 800, 801___ 803 etc. Ich habe es an die Tafel geschrieben und in die Runde gefragt. Keiner hatte die geringste Ahnung. Ich versuchte es mit niedrigeren Zahlen um dann zurück auf die 800 zu kommen. Keine Chance, die hatten überhaupt kein Gefühl für große Zahlen. Nur solange sie diese, an ihren Fingern abzählen konnten.
Die Zweite Aufgabe war auch zu schwer: 45-3____ Sie verstanden nicht, was Minus bedeutet und erst recht nicht, wenn wir so eine große Zahl wie 45 haben. Ich versuchte es mit kleineren Zahlen und erstmal Additionen um den Unterschied zu demonstrieren: “You have ten chicken and you go to the market and you sell 5. How many chicken do you have now?” usw. Ein Mädchen hat es verstanden, sie war aber schon in P2. Ihr habe ich dann andere Aufgaben gegeben. Mit den anderen rechnete ich dann erstmal Additionen! Dann hatten wir Pause und spielten Plumssack. Ich sang auf deutsch, auf englisch fließt der Rhyme nicht so gut. Später malten wir.
Aber das war der erste Tag und es waren auch nur vier Schüler da. Das ist hier immer so. Viele haben ihre Bücher noch nicht besorgen können, weil sie kein Geld haben und dann kommen sie nicht zur Schule.

Abends war ich noch mit Abel und drei anderen Jungs, die uns spontan begleitet haben, spazieren. Wir liefen wieder zum Aussichtspunkt. Abel freute sich und meinte ‘good to be here’. Er war noch nie dort gewesen und staunte nicht schlecht, wie weit man schauen kann.

Gestern waren es dann schon deutlich mehr. Morgens hat Frau Moreen mit allen Kindern gesungen und Bewegungen gemacht. Dann sind sie in die Klassen. Ich habe den ganzen Tag mit einer anderen Lehrerin zusammen unterrichtet und das war sehr langweilig. Sie Unterrichten nur aus Büchern, schreiben es an die Tafel, lesen es vor und die Kinder brüllen es tausendmal nach und schreiben es danach ab. Das ging den ganzen Vormittag so. Irgendwann konnte ich mich nicht mehr konzentrieren, total stupide. Bin ja echte Klasse gewöhnt mit der Waldorfschule. Um 13:00 Uhr ist Mittagspause und es gibt immer Posho mit Bohnen. Die Schule hat kein Geld, abwechslungsreich zu kochen. Bohnen und Posho sind billig. Morgens gibt es Porridge, den ich versuche zu meiden. Schule geht von 8:00 bis 16:00.

Heute waren noch mehr Kinder da. Als ich mit dem Boda Boda ankam, kamen alle Kinder angerannt und stritten sich um meine Hand. Wer zu spät war und ich schon 4 Hände in jeweils einer Handy hatte, zerrte eben an meinem Arm. Es kamen auch zwei Jungs, die ich noch nicht kannte, aber sie umarmten mich einfach. Ich habe mich erst sehr gefreut, aber nach einer Weile wurde das Zerren an meinen Armen doller und die Kinder stritten sich regelrecht. Ich bin dann ins Office geflohen und habe Moreen begrüßt.
Ich habe heute P2 und P3 in Englisch unterrichtet. War sehr anstregend, weil ich Aufgaben bekommen habe, die wir abgearbeitet haben. Zwischendurch haben wir dann “Brother Jacob” gesungen, weil ich gemerkt habe, das die Konzentration nicht mehr da ist.Was besseres ist mir nicht eingefallen. Ich muss mir noch was einfallen lassen, damit ich den Unterricht abwechslungsreicher gestalten kann.
Nachmittags bin ich dann zum Hope Center zu Scovia und Abel. Abel hat heute schwere Arbeit geleistet. Die Baumstümpfe, die wir raus genommen haben um eine freie Fläche für das Beachvolleyballfeld zu haben, werden jetzt von Abel und Scovia zu Kohle verarbeitet.
Die Toiletten, bzw. deren Bäder und Mauern, kommen langsam voran. Aber die Jungs arbeiten freiwillig und bekommen nur den Transfer bezahlt. Von daher sind wir dankbar, dass sie überhaupt den ganzen Tag für uns da sind. Dächer sehen schon nach was aus, konnten heute aber nicht fortgesetzt werden, weil Material gefehlt hat. Ist aber morgen da.

Spät Nachmittags kam Isaac und wir fuhren zur Highschool hier in der Gegend. Dort soll ich jetzt Deutsch und Sport unterrichten. Morgen nach der Junior School, soll ich vorbeikommen. Bin ein bisschen aufgeregt mit Jugendlichen zu arbeiten, ich hoffe ich kann ihnen was beibringen. Die Ansprüche sind jetzt höher, aber dafür werde ich verstanden.

Ich habe heute morgen übrigens wieder ein Jigali in meinem großen Zeh gefunden! So ecklig, Scovia und ich haben eben ein Insektenkiller gekauft und mein Zimmer und Badezimmer so damit zugesprayed, dass ich da erstmal nicht rein sollte..
Uuund ich habe die Malaria Tabletten abgesetzt, weil deren Nebenwirkungen mich seit ich sie nehme physisch und psychisch fertig machen. Isaac und Scovia haben mir schon von Anfang an davon abgeraten. Niemand nimmt die hier. Wenn man Malaria bekommen sollte, nimmt man die Malaria Akut Pillen; ist wenn man Glück hat, ist man paar Tage krank, wenn man Pech hat, zwei Wochen oder mehr. Ich hoffe mal das Beste und werde garnicht krank!

Alle Liebe aus Uganda,

War heute in Kampala im Uganda Museum. Es hat heute geregnet, deswegen konnte ich nichts spannenderes machen. War ganz interessant, aber kein besonders großes, gepflegtes Museum wie ich es mir vorgestellt habe. War der zweite Gast heute.. Ich habe mir 45 Minuten lang alles angeschaut, konnte mich aber nicht dazu bewegen die ganze Geschichte in englisch durchzulesen. Habe angefangen, aber gemerkt wie ich weggeträume. Weis jetzt auch nicht mehr als davor, wie dass Uganda von den Briten kolonisiert wurde Ich fand die alten Speere etc. interessant und Konstruktionen von den alten Zeiten, wie die Menschen hier gelebt haben. Auf dem Rückweg hats wieder rrruummms gemacht. Unser Taxifahrer ist soft gegen die rechte Tür eines anderen Autos gebummst. Gab dann riesen Diskussion-dauerte mir zu lange, ich stieg in ein anderes Taxi und hatte eine sehr angenehme Fahrt auf einem der Vordersitze und ohne großen Stau. Vielen Dank für den rumsdibums erster Taxifahrer!

P.S: weil es heute so beschissen geregnet hat, können wir morgen bestimmt gut anfangen auszuheben- also die anderen- ich bin ja als teacher bussy :))

Fünfte Woche, 11.02/ zweiter Bericht

Am Hope Center arbeitete diese Woche niemand außer Abel und Scovia und ich kann euch leider von keinem großen Fortschritt berichten. Das Problemchen hatte ich euch ja schonmal geschrieben. Die meisten Arbeiter arbeiten freiwillig. Wenn sie eine bezahlte Arbeit finden, geht die vor. Das haben sie wohl für diese Woche. Sie haben Isaac aber versprochen, nächste Woche wieder da zu sein. Material ist da, also kann es dann wieder los gehen. Ich bin immer entäuscht, wenn ich dort in meinen Pausen hingehe und niemand arbeitet. Ich möchte das Hope Center gerne fertig sehen, bevor ich gehe und euch von Fortschritten erzählen. Aber so sparen wir Geld..;))

Montag war ich von 8:00-13:00 Uhr in der Primary School und habe P3 in Englisch und Mathematik unterrichtet. Mit nur einer Klasse ging es schon viel besser. Ich habe mich mit Isaac unterhalten und gefragt, ob auch Uganda unterrichtet wird, oder Englischunterricht in Uganda, damit die Schüler überhaupt eine Chance haben, etwas zu verstehen. Beides wird nicht vom Staat unterstützt. In der Schule darf nur Englisch gesprochen werden. An manchen Schulen wird das ziemlich streng durchgezogen, bei unsere Schule ist es etwas lockerer.. Das heißt für mich, dass ich mich nicht unwohl fühlen muss, so dreist meinen Unterricht in Englisch zu geben. Ich frag mich nur, wie man eine Sprache lernen soll, wenn einem nie wirklich übersetzt wird und man seine eigene Sprache nicht schreiben kann! Ich hätte so nie lernen können. Stellt euch mal vor, wir hätten kein Deutschunterricht gehabt…gehört bei uns zu den wichtigsten Fächern. Wir lernen im Deutschunterricht nicht nur das Lesen und Schreiben..Analysieren, Interpretieren, Kafka, Woyzeck und all den (wichtigen) Kram! Allgemeinwissen, hallo?? Nicht das mir Frau Jacob oder Dr. Harald Schmidt gefehlt hätten … Oder eben Englischunterricht ab der ersten Klasse in Englisch.. hopplaa da wäre ich aber als kleines Mädchen weg geträumt..

Zum Mittagessen bin ich zum Hope Center. Scovia hat wieder lecker für Abel und mich gekocht. Meistens bringt sie Essen, weil es an der Schule jeden Tag nur Bohnen mit Posho gibt und sie mir das nicht zumutn will.. liebste Scovia ;)) Abel und ich machten uns danach auf den Rückweg. Auf halber Strecke fing es an zu gewittern. Wir mussten uns 45 Min. unterstellen.

Endlich Zuhause, musste ich mich für den Deutschunterricht an der New Home Secondary vorbereiten. Ich möchte da ungern wieder planlos unterrichten- sondern mit deutscher Strucktur!! ;D Danach ging ich Joggen. Habe mich bisher geweigert, weil es mir unangenehm ist hier joggen zu gehen- vor allem in meinem Papagai Outfit.. Die Leute schauten auch nicht schlecht. Ich ignorierte sie und tat so als würde ich sie nicht sehen, nicht hören (hörte Musik) und zog mein Ding durch. Nach 10 Minuten konnte ich eigentlich schon nicht mehr, war aber zu stolz eine Pause zu machen, weil ich ständig unter Beobachtung war. Wollte keine schwache, keuchende Weiße sein, bzw. es nicht zugeben. Hat sich auch echt gelohnt. Ich rannte auf den Berg, zu den Stone Quarries und es war richtig toll! Hatte ein kurzes Gefühl von Freiheit, dort oben allein auf dem Berg- die Aussicht, der Sonnenuntergang, der Wind usw. Konnte nicht lange bleiben weil es dunkel wurde und ich mich nicht genau an den Pfad zurück erinnerte, den wir letztes Mal genommen hatten. Ich durchquerte einen Hof mit bestimmt 10 Kindern, welche kreischend und lachend in ihre Häuser flohen. Dachten wohl sie sehen ein buntes Gespenst 😀

Dienstag Nacht hörte ich um 2:00 morgens Gebrüll und Jemand schien an unserem Tor laut herumzumachen. Ich hatte ein bisschen Schiss, hatte das Gefühl, 10 Männer stehen vor unserem Tor. Ich blieb schön brav liegen und wartete ab. Dann hörte ich jemand besonders laut reden oder brüllen. Es war Isaac, was ich dann nach einer Weile raffte. Ich nahm an, er bringt die lauten Männer am Tor zum schweigen und motzt sie an! Irgendwann hörte ich dann auch Abel reden. Ich ging immer noch nicht raus, um zusehen was los ist. Dann hörte ich jemand an meiner Tür. Jetzt hatte ich Schiss ;D..

Am nächsten Morgen, sah ich, dass Isaac mir geschrieben hatte. Ich soll nicht aus dem Tor gehen, weil eingebrochen wurde.. Ich ging aus meinem Haus zu Isaac. Er saß davor, schien noch aufgeregt zu sein und erzählte mir alles. Jemand hat unsere Küchentür aufgebrochen. Gerade als der Einbrecher zur Tür rein ist, kam Isaac aus seinem Zimmer zur Küche. Der Einbrecher hielt ihm eine Taschenlampe ins Gesicht, Isaac schrie laut um Alarm zu schlagen. Der Einbrecher, oder eher die Einbrecher flohen aus dem Tor (das war wohl das Gerumpel am Tor, was ich gehört hatte). Danach kam Isaac raus und redete mit den Nachbarn… Das waren dann wohl die 10 Männer vor dem Tor, die ich vermutete. Später hörte ich auch Abel. Isaac macht Abel die ganze Zeit nach und wir lachten uns kaputt, weil Abel wohl total dämlich angeschlichen kam, kurz nachdem die Einbrecher abgehauen sind (die Luft also wieder rein war) und fragte :”Master, are they gone?” und sich wieder versteckt hat.. Der Mann, der an meiner Tür rumgemacht hat, war Isaac, der checken wollte, ob bei mir alles gut ist..:P

Dienstag war dann nichts mit zur Schule gehen, weil wir auf die Polizei mit einem Spürhund warten mussten. Der Hund sollte am Tor nach einer Spur suchen, deswegen sollten wir nicht durch das Tor laufen. Es war ein deutscher Schäferhund (Isaac:”Ich habe dir gesagt, aus Deutschland kommt nur das Beste”). Leider verlor der Hund die Spur und wir haben nichts. Isaac hat direkt zweite Schlösser besorgt und er möchte sich einen Hund kaufen. Auf den freue ich mich schon.

Dienstag Abend bin ich mit Scovia zu einer Freundin in deren Bar in einem Dorf gefahren, welche sie gerade eröffnet hatte. Scovia meinte, dass die Gäste gesagt haben:”hö? eine Weiße kommt hierher?” Ich zischte ein Eagle Bier, worauf ich später angesprochen wurde, weil sie das cool fanden, weil es das einheimische Bier hier ist. Alf hat mir das Bier empfohlen, er trinkt das nuur!

Habe übrigens mal gezählt, wieviele Leute so in ein Taxi gequetscht werden. Es ist ein Zwölfsitzer in dem um die 22 Menschen gestopft werden. Da muss ich aber dazu sagen, dass in der ersten Reihe auf den drei Sitzen, nur jeweils eine Person sitzt, darunter der Fahrer. Also werden quasi 19 Personen auf 9 Sitze gequetscht Darunter dicke Afrikafrauen, Babys auf den Schößen und zwischendrin ich ;)) Ich krieg am wenigsten Platz, weil ich keinen Po hab.. die Frauen hier, haben mächtige Hintern, da hab ich keine Chance!! ;D

Fünfte Woche, 08.02/ erster Beitrag

 

Hallo ihr Lieben,

vom Hope Center gibt es leider nicht so viel zu erzählen. Die Toiletten sind jetzt fertig, aber die Bäder noch nicht. Am Dach umd am Beachvolleyballfeld wurde seit Mittwoch leider nicht weitergearbeitet, weil John, der Bauarbeiter einen Unfall mit seinem Motorrad hatte. Soviel ich weis, geht es ihm wieder gut… Abe habe ich P2 und P3 alleine unterrichtet, was sehr anstregend ist, mir aber immer mehr Spaß macht. Es sind jetzt ca. 13 Schüler, aber leider auf unterschiedlichem Bildungs-Level, was den Unterricht für mich nicht leicht macht. Ich habe keine Zeit, den Unterricht irgendwie abwechslungsreich zu gestalten weil ich zwei Klassen gleichzeitig unterrichten muss. Wenn die einen mit ihren Aufgaben fertig sind, brüllen sie ‘finishtiii’, ich brüll dann zurück ’not finishtiii, finished’ , korrigiere sie und gebe neue Aufgaben und wende mich den anderen zu. Naja Donnerstag hatte ich ein kleines Erfolgserlebnis. P2 sollte die Zahlen von 1-100 aufschreiben, P3 von 1-200. Von 1-100 ging noch. Dann haben die Schüler von P3 aber nach 109- 200 geschrieben. Es hat gedauert, bis sie verstanden haben, dass zw. 100 und 200 auch wieder 100 Zahlen sind. Dann kam die andere Lehrerin, Esther, wollte mir helfen und setze sich zu den Schülern und erklärte denen erstmal, dass sie falsch seien und nach 129 nicht 130 kommt, was ich gerade so schön erklärt hatte, sondern 300 und nach 139 400 statt 140.. 😀 oh man. Ich habe ihr gesagt, dass sie falsch liegt und wir lachten, aber es war ihr peinlich… Jedenfalls konnte ich mir zwischendurch ein wenig Zeit für eine Schülerin nehmen, die die Reihenfolge der Zahlen noch nicht verstanden hatte. Immer wenn sie was richtig hatte, kam sie zu mir und strahlte, wenn ich ein Häkchen machte. Das hat mir Freude bereitet.

l hat seine Kohle gemacht und wir nutzen sie jetzt für uns zum kochen.

In der Mittagspause habe ich mich zu Abel, Scovia, Ben und Rick (bauen die Toiletten/Bäder) gesetzt. Meistens stocher ich dann mit nem Stöckchen in der Erde rum und träum weg, weil ich nichts von ihrer Unterhaltung verstehe. Manchmal übersetzt Scovia mir dann ihre Unterhaltung. Diesmal z.B meinte Ben, dass Scovia in Deutschland erfrieren würde, weil es so kalt ist und sie es nicht gewöhnt ist. Scovia meinte er sei bescheuert und fragte mich, ob das stimmt. Scovia möchte unbedingt mal nach Deutschland und frieren. Sie sehnt sich so danach mal zu frieren. Abel meinte sogar, er würde eine HIV infizierte Deutsche heiraten um nach Deutschland zu kommen :D
Nachmittags bin ich dann zur “New Home Secondary School” gelaufen (so um die 15 Minuten vom Hope Center entfernt), um mit den Schülern einen Plan zu machen, wann ich nächste Woche was unterrichten soll. Auf dem Weg dorthin traf ich auf den Chairman von dem Dorf “Kasala”. Isaac hatte uns schon einmal vorgestellt, aber ich erkannte ihn nicht und fragte mich, warum er mit mir läuft und mich belabert. Irgendwann kam ich dann drauf. Er begleitete mich ein Stück, zeigte mir sein Haus und fragte dann ob ich einen Boyfriend habe. Ich meinte ja, habe ich, er wartet sehnsüchtig auf mich in Deutschland (Till.. ??) Mister Chairman

allen ernstes:”You don’t want to have a second Boyfriend in Ugnda?” Ich (gedanklich): ” Hallo du alter Sack? Gehts noch, du hast vllt ein Haus und bist Mr. Chairman, d.h aber noch lange nicht dass ich deine Freundin werden will”. Das habe ich natürlich nicht laut gesagt 😛 ich habe nur gelacht, er auch und bin weitergelaufen. Als ich an der Schule ankam, sollte ich direkt eine Deutschstunde geben. Ich war nicht vorbereitet, gab dann aber eine Stunde. Es waren ca. 24 Schüler im Alter von 14-20 Jahren. Ich fing mit den ersten Konversationen an, wie: Hallo, guten Abend/Morgen, wie geht’s, ich heiße, ich wohne etc. Der Rest der Stunde ergab sich dann von allein. Sie wollten alle möglichen Wörter übersetzt haben. Sie waren total wissbegierig und sprachen alles nach und lachten. Dann sollte ich “to pray” übersetzen und für sie beten. So jetzt stand ich da, ich als Atheist unter streng gläubigen Christen und sollte für sie ein deutsches Gebet beten…Ich:”I don’t pray, I don’t believe in God”. Sie, völlig geschockt:” Whyyy?” Dann wurde groß diskutiert. Nach einer gefühlten Ewigkeit konnte ich das Thema wechseln. Insgesamt war ich aber ganz erleichtert und zufrieden nach der Stunde. Ich hatte schon ein bisschen Schiss, Leute in meinem Alter zu unterrichten, dann auch noch unvorbereitet und vor so vielen. Ich rede nicht gerne vor vielen Leuten ;)) Aber die Schüler sind aufmerksam und keck, und dann macht’s Spaß und ich bin sicher, dass ich das ein oder andere beibringen kann und vielleicht können am Ende ein paar Schüler hier an so einem deutsch Wettbewerb mitmachen.
Freitag, gegen Spätnachmittag habe ich Sportunterricht gegeben. Bin auch nicht soo die Sportskanone, hatte also so meine Bedenken. Ich überlegte mir 2-3 einfache Aufwärm- und Stretchübungen, zwei Ballspiele (Zuckball und 10er Ball) und danach für den Anfang Ball über die Schnur. Bin schon an den Stretchübungen gescheitert, weil die Mädels enge, knielange Röcke tragen.. war aber lustig. Ballspiele kamen auch gut an. Die hatten großen Spaß.

Auf dem Rückweg zum Hope Center hat mich ein Schüler begleitet (Name wieder vergessen). Er hat mit ein paar Wörtern die wir gestern im Deutschunterricht durchgenommen habe, ein Lied geschrieben. Er sang es mir mit eher kläglicher Stimme vor, ich musste sehr grinsen. Aber ich habe mich gefreut, dass er das deutsch lernen so ernst nimmt und am selben Abend noch ein Lied schreibt. Es geht wie folgend:”I say ‘Hello, you say ‘Hallo’”. Das ist der Refrain. Den Rest könnt ihr auf dem Foto lesen…

Am Hope Center angekommen, 18:00, ich total müde, war Abel mit seiner Arbeit noch nicht fertig. Eine Stunde später liefen wir los. Auf dem Weg fuhr eine dicke Weiße auf einem Boda Boda an uns vorbei. Abel machte wieder ein Witz und meinte: “hahaha Charlotte, your mother”. Ich habe auch nich schlecht geguckt, habe ewig keine weiße Person gesehen. Ich glotz die mittlerweile an, wie mich manche Ugandaner.
Den ganzen Samstag morgen war mein kleiner Spatz wieder da. War total schön, er fühlte sich pudelwohl auf meinem Schoß und quackte durchgehend irgendwas.

 

Nachmittags sind Scovia und ich zu einem Pool von einem Resort gegangen. Es ist eine riesen Gelände, mit Schule, Hotel, Häusern zum Mieten, Cafe/Restaurant und eben mit diesem Pool. Scovia sagte, dass sie sich sowas mal für’s Hope Center wünscht. Viele Weiße sind natürlich hier und davon viele Deutsche. Eine ganz andere Welt. Ich bringe Scovia hier jetzt das Schwimmen bei. Bevor wir uns auf den Rückweg machen, habe ich einen Cappuccino getrunken.. endlich, ich habe schon soo gesuchtet!! Wir wollen hier jetzt öfter her, ich zum sonnen, damit mich alle beneiden wenn ich nach Hause komme.. hihih ;-D und zum Bericht schreiben, Scovia zum schwimmen lernen.

Gestern Nacht waren Scovia, Abel und ich feiern. Es war sau gut, die ganze Nacht durchgetanzt. Paar Typen waren anstregend, aber dann wurden diese von anderen netten Typen weggeschickt. Einmal kam es fast zum fight. War schon lustig, einzige Weiße zu sein. Abel machte einmal ein Foto von mir und meinem Beschützer und dann wurde er von der Security in einen Raum gezerrt. Alle anderen, inklusive mir, liefen nach und es gab eine große Diskusion. Kameras sind wohl nicht erlaubt. Ich dachte schon, Abel wird in dem dunklen Raum vermöbelt, aber zum Glück, hat sich dann alles geklärt und die Security nahm unsere Entschuldigung an, dass wir nichts von einem Kamerverbot wussten. Wir gingen wieder auf die Tanzfläche und ich kaufte neue Getränke 😛

Fast Zuhause angekommen, steige ich schön dumm vom Boda Boda ab und verbrenn mir mein Bein am Auspuff. Jeder der mich kennt, muss jetzt wahrscheinlich grinsen, weil es dieses Jahr bestimmt nicht meine erste Verbrennung ist. Angetrunken nahm ich es locker hin, jetzt tut es sau weh und sieht absolut hässlich aus 😀

Fünfte Woche, 11.02/ zweiter Bericht

Am Hope Center arbeitete diese Woche niemand außer Abel und Scovia und ich kann euch leider von keinem großen Fortschritt berichten. Das Problemchen hatte ich euch ja schonmal geschrieben. Die meisten Arbeiter arbeiten freiwillig. Wenn sie eine bezahlte Arbeit finden, geht die vor. Das haben sie wohl für diese Woche. Sie haben Isaac aber versprochen, nächste Woche wieder da zu sein. Material ist da, also kann es dann wieder los gehen. Ich bin immer entäuscht, wenn ich dort in meinen Pausen hingehe und niemand arbeitet. Ich möchte das Hope Center gerne fertig sehen, bevor ich gehe und euch von Fortschritten erzählen. Aber so sparen wir Geld..;))

Montag war ich von 8:00-13:00 Uhr in der Primary School und habe P3 in Englisch und Mathematik unterrichtet. Mit nur einer Klasse ging es schon viel besser. Ich habe mich mit Isaac unterhalten und gefragt, ob auch Uganda unterrichtet wird, oder Englischunterricht in Uganda, damit die Schüler überhaupt eine Chance haben, etwas zu verstehen. Beides wird nicht vom Staat unterstützt. In der Schule darf nur Englisch gesprochen werden. An manchen Schulen wird das ziemlich streng durchgezogen, bei unsere Schule ist es etwas lockerer.. Das heißt für mich, dass ich mich nicht unwohl fühlen muss, so dreist meinen Unterricht in Englisch zu geben. Ich frag mich nur, wie man eine Sprache lernen soll, wenn einem nie wirklich übersetzt wird und man seine eigene Sprache nicht schreiben kann! Ich hätte so nie lernen können. Stellt euch mal vor, wir hätten kein Deutschunterricht gehabt…gehört bei uns zu den wichtigsten Fächern. Wir lernen im Deutschunterricht nicht nur das Lesen und Schreiben..Analysieren, Interpretieren, Kafka, Woyzeck und all den (wichtigen) Kram! Allgemeinwissen, hallo?? Nicht das mir Frau Jacob oder Dr. Harald Schmidt gefehlt hätten … Oder eben Englischunterricht ab der ersten Klasse in Englisch.. hopplaa da wäre ich aber als kleines Mädchen weg geträumt..

Zum Mittagessen bin ich zum Hope Center. Scovia hat wieder lecker für Abel und mich gekocht. Meistens bringt sie Essen, weil es an der Schule jeden Tag nur Bohnen mit Posho gibt und sie mir das nicht zumutn will.. liebste Scovia ;)) Abel und ich machten uns danach auf den Rückweg. Auf halber Strecke fing es an zu gewittern. Wir mussten uns 45 Min. unterstellen.

Endlich Zuhause, musste ich mich für den Deutschunterricht an der New Home Secondary vorbereiten. Ich möchte da ungern wieder planlos unterrichten- sondern mit deutscher Strucktur!! ;D Danach ging ich Joggen. Habe mich bisher geweigert, weil es mir unangenehm ist hier joggen zu gehen- vor allem in meinem Papagai Outfit.. Die Leute schauten auch nicht schlecht. Ich ignorierte sie und tat so als würde ich sie nicht sehen, nicht hören (hörte Musik) und zog mein Ding durch. Nach 10 Minuten konnte ich eigentlich schon nicht mehr, war aber zu stolz eine Pause zu machen, weil ich ständig unter Beobachtung war. Wollte keine schwache, keuchende Weiße sein, bzw. es nicht zugeben. Hat sich auch echt gelohnt. Ich rannte auf den Berg, zu den Stone Quarries und es war richtig toll! Hatte ein kurzes Gefühl von Freiheit, dort oben allein auf dem Berg- die Aussicht, der Sonnenuntergang, der Wind usw. Konnte nicht lange bleiben weil es dunkel wurde und ich mich nicht genau an den Pfad zurück erinnerte, den wir letztes Mal genommen hatten. Ich durchquerte einen Hof mit bestimmt 10 Kindern, welche kreischend und lachend in ihre Häuser flohen. Dachten wohl sie sehen ein buntes Gespenst 😀

Dienstag Nacht hörte ich um 2:00 morgens Gebrüll und Jemand schien an unserem Tor laut herumzumachen. Ich hatte ein bisschen Schiss, hatte das Gefühl, 10 Männer stehen vor unserem Tor. Ich blieb schön brav liegen und wartete ab. Dann hörte ich jemand besonders laut reden oder brüllen. Es war Isaac, was ich dann nach einer Weile raffte. Ich nahm an, er bringt die lauten Männer am Tor zum schweigen und motzt sie an! Irgendwann hörte ich dann auch Abel reden. Ich ging immer noch nicht raus, um zusehen was los ist. Dann hörte ich jemand an meiner Tür. Jetzt hatte ich Schiss ;D..

Am nächsten Morgen, sah ich, dass Isaac mir geschrieben hatte. Ich soll nicht aus dem Tor gehen, weil eingebrochen wurde.. Ich ging aus meinem Haus zu Isaac. Er saß davor, schien noch aufgeregt zu sein und erzählte mir alles. Jemand hat unsere Küchentür aufgebrochen. Gerade als der Einbrecher zur Tür rein ist, kam Isaac aus seinem Zimmer zur Küche. Der Einbrecher hielt ihm eine Taschenlampe ins Gesicht, Isaac schrie laut um Alarm zu schlagen. Der Einbrecher, oder eher die Einbrecher flohen aus dem Tor (das war wohl das Gerumpel am Tor, was ich gehört hatte). Danach kam Isaac raus und redete mit den Nachbarn… Das waren dann wohl die 10 Männer vor dem Tor, die ich vermutete. Später hörte ich auch Abel. Isaac macht Abel die ganze Zeit nach und wir lachten uns kaputt, weil Abel wohl total dämlich angeschlichen kam, kurz nachdem die Einbrecher abgehauen sind (die Luft also wieder rein war) und fragte :”Master, are they gone?” und sich wieder versteckt hat.. Der Mann, der an meiner Tür rumgemacht hat, war Isaac, der checken wollte, ob bei mir alles gut ist..:P

Dienstag war dann nichts mit zur Schule gehen, weil wir auf die Polizei mit einem Spürhund warten mussten. Der Hund sollte am Tor nach einer Spur suchen, deswegen sollten wir nicht durch das Tor laufen. Es war ein deutscher Schäferhund (Isaac:”Ich habe dir gesagt, aus Deutschland kommt nur das Beste”). Leider verlor der Hund die Spur und wir haben nichts. Isaac hat direkt zweite Schlösser besorgt und er möchte sich einen Hund kaufen. Auf den freue ich mich schon.

Dienstag Abend bin ich mit Scovia zu einer Freundin in deren Bar in einem Dorf gefahren, welche sie gerade eröffnet hatte. Scovia meinte, dass die Gäste gesagt haben:”hö? eine Weiße kommt hierher?” Ich zischte ein Eagle Bier, worauf ich später angesprochen wurde, weil sie das cool fanden, weil es das einheimische Bier hier ist. Alf hat mir das Bier empfohlen, er trinkt das nuur!

Habe übrigens mal gezählt, wieviele Leute so in ein Taxi gequetscht werden. Es ist ein Zwölfsitzer in dem um die 22 Menschen gestopft werden. Da muss ich aber dazu sagen, dass in der ersten Reihe auf den drei Sitzen, nur jeweils eine Person sitzt, darunter der Fahrer. Also werden quasi 19 Personen auf 9 Sitze gequetscht Darunter dicke Afrikafrauen, Babys auf den Schößen und zwischendrin ich ;)) Ich krieg am wenigsten Platz, weil ich keinen Po hab.. die Frauen hier, haben mächtige Hintern, da hab ich keine Chance!! ;D

Sechste Woche, 15.02/ erster Beitrag

Hallo ihr Lieben,

vom Hope Center gibt es wieder nichts zu erzählen, außer dass wir Montag anfangen wollen, das Beachvolleyballfeld zu machen und die Arbeiter wieder kommen wollen. Aber vielleicht müssen wir warten, bis es mehr regnet, dann ist die Erde lockerer und es lässt sich besser ausheben..Müssen ja ne große Fläche ausgraben, wo dann erst Steine und dann Sand darauf verteilt werden. Scovia hat seit gestern Malaria und ist im Krankenhaus, d.h eine Arbeiterin weniger 😦 Sie wird aber in 2-3 Tagen wieder gesund sein.

Schule macht immer noch Spaß und ist immer noch anstregend. Aber ich mag meine Klasse sehr, muss aber auch oft schimpfen, weil ich so kleine freche Mädels habe, wie ich es einmal war. Manchmal giggle ich mit und manchmal motz ich sie an und eine muss raus oder so 😉

Donnerstag war ich Vormittags in der Primary und Nachmittags an der Secondary. Diesmal habe ich im Deutschunterricht angefangen, die Artikel zu erklären. Dass sie Begleiter von Substantiven sind und deren grammatisches Geschlecht kennzeichen, dass sie flektiert und dekliniert werden können- Heidenei ist das schwer. Ich kann es nicht erklären. Habe viele Bsp. gegeben. Nach dem Deutschunterricht habe ich versucht eine Sportstunde zu geben. Aber viele müssen dann Wasser holen gehen, was 20 Minuten dauert. Dann habe ich mit paar Mädels versucht uns aufzuwärmen und wir wollten fünf Minuten Joggen gehen. Nach zwei Minuten war niemand mehr hinter mir, ich joggte alleine.. Dann dehnten wir uns, klappt auch nicht gut. Bei den einfachsten Dehnübungen für die Beine versagten schon alle. Sie standen nicht richtig (Füße müssen ja gerade nach vorne schauen).. Die Jungs machen bei sowas sowieso nicht mit. Naja fing dann mit Ballspielen an, was besser ankam. Die Schüler haben Markierungen für das Volleyballfeld mit Asche gemacht und ich konnte sofort sehen, dass eine Seite um einiges kleiner war als die andere. Spielten trotzdem paar runden, eher freestyle, nur zum üben- ohne Regeln.

Freitag ist Vormittags für alle zusammen Religionsunterricht an der Primary. Die Kinder freuen sich immer riesig, holen ihre Bänke raus und schreien aufgeregt rum. Lehrerin Moreen singt, klatscht und tanzt vor, die Kinder machen es nach. Ein paar kleine Zwerge, haben richtig coole Moves drauf und grinsen mich an. Wirklich entzückend Nachmittags bin ich wieder zur Secondary. Von der Secondary zurück nach Kalagi sind es ca. 5 Km die wir dann immer laufen. Brauche mit Scovia so eine Stunde, weil sie so lahm ist ;D Bis ich dann Zuhause bin, ist es 19:00/19:30 und ich bin total k.o. Wenn wir früher ankommen, gehe ich noch joggen, weil es abends immer sehr schön auf dem Berg ist und ich mir das nicht entgehen lassen will.

Samstag wollten Scovia und ich eigenltich nach Kampala fahren, dort eine Schwester von ihr besuchen, nachts feiern gehen und Sonntag zum Equator Sign in Kampala. Wurde nichts draus, weil Scovia erkrankte. Also chillte ich vormittags mit Abel, machte meinen Englischtext (für Interessiert aus Amerika und England, wegen Spenden etc.) und ging Mittags zum Pool. Ich lernte den Poolboy kennen. Ne echte Sportkanone in allem und wie ich später von ihm erfuhr noch ein Sänger und Künstler (Design)- also allgemeinbegabt was er mir damit bescheiden zu verstehen gab. Auf dem Weg zu mir, wollte er so drei Mädels irgendwas fragen. Diese waren aber am beten, was er zu spät sah. Ich musste lachen und er dann auch, als er sah, dass ich es mitbekommen hatte. Ich habe die Mädels schon seit 10 Minuten beobachtet. Die saßen mit gesenkten Köpfen und geschlossen Augen eng zusammen, fassten sich an und murmelten. Ich habe mittlerweile gecheckt, dass dieser Ort hier sehr religiös ist und die meisten Weißen mit irgendeiner christlichen Organsiation sind oder auf einer christlichen Mission ;P Letzten Sonntag kam ich gerade an, als sich mehrere Weiße im Pool taufen ließen und alle anderen heilig sangen. Könnte mir einen schöneren Ort vorstellen um getauft und geheiligt zu werden als im dreckigen, drittklassigem Pool Am Abend lernte ich eine Gruppe netter Mädels kennen. Die machen hier (African Village, Vision Africa) Freiwilligenarbeit, also mit einer christlichen Organistion. Ich fragte sie, ob sie eine Idee hätten, was ich am Sonntag machen kann, was nicht viel Geld kostet. Sie luden mich ein, mit ihnen zu einer Kirche zu gehen (Watoto Church). Diese Kirche habe ich schon einmal gesehen. Sie liegt auf dem Weg nach Kampala- Ein großes Zelt. Ich meinte, ja gerne, wenn ich heute nacht nicht zu lange feiern gehe .

Isaac, Abel und ich waren bis 2:30 Uhr morgens feiern. Also nicht wirklich feiern, wir waren auf einem Konzert. Hier sind viele schlechte, junge Künstler aufgetreten. Voll die Clowns. Wenn bei uns jemand so angezogen auf die Bühne geht, ist Fasching! Manche waren grottenschlecht. Die Hintergrundmusik war auch bei fast jedem “Künstler” gleich. So Uganda- Reaggy-style. Es ist einfach drauf zu tanzen, aber nicht sehr abwechslungsreich. Einmal habe ich einen Künstler für eine Frau gehalten. Kostüm, Stimme, Tanzstyle- das war kein Mann! Doch später unterhielt ich mich mit Isaac und es kam raus, es ist ein Mann der sein Teil die ganze Zeit schwingt und dreht ;D. Später zog er sein Jacket aus und ein heißes, eng anliegendes schwarzes Negligee kam zum Vorschein-keine Brüste-jetzt konnte ich es erst glauben. Immer wieder kamen Leute auf die Bühne und gaben den Künstlern Geld, wenn sie sie gut fanden. Ein paar betrunkene notgeile Frauen kamen ab und zu auf die Bühne und tanzten die Sänger an. War schon sehr lustig. Später gingen Isaac und ich tanzen, weil ich sonst in meinem Stuhl eingeschlafen wäre. Für Abel (der übrigens nur mit konnte, weil ich zahlte) war es sehr interessant, die Künstler live zu erleben, die er den ganzen Tag im Fernsehen sieht. Er wollte auch nicht gehen. Die letzte Künstlerin war übrigens sehr gut-schöne Stimme-abwechslungsreiche Hintergrundmusik etc. Dann konnten wir endlich gehen ;))

 

 

 

Habe gestern aus dem Taxi ein Mann gesehen, der auf seinem Motorrad 4 lebende Schweine transportiert hat- auf dem Sitz festgebunden..

Auf dem Rückweg von der Secondary, kam ein Freund eines Schülers, der mich immer begleitet dazu gestoßen und gestand mir seine Liebe. Er war total nervös, mein Herz pochte richtig mit, weil es mir für ihn richtig peinlich war und er mir total leid tat. Er ist dann mit uns zurückgelaufen. War ein bisschen komisch.. später gab er mir dann noch einen Liebesbrief, indem stand etwas wie: From the first moment I saw you, my heart admired you and I felt then-my heart loved you.. and blabla-kann ich nicht lesen.. I love you! Das lustige an der Sache ist, er hat mich -soviel ich weis- als er den Brief geschrieben hat, noch nicht gesehen..

Am Hope Center haben wir die Woche das Volleyballfeld angefangen und uns wurde bewusst, dass es sehr viel Arbeit wird. Wir müssen ca. 0,7 Meter Erde ausheben und Trucks mit Steinen und Sand organisieren um das Feld auszufüllen. Isaac und Scovia sind in Mukono Town um irgendwelchen Papierkram zu erledigen. Isaac plant momentan ein Brunnenprojekt, Nähe des Hope Centers und Primary School. Finanziert von Leuten aus Canada.
Sophia (meine Schwester) kommt am Freitag um 4 Uhr morgens in Entebbe an. Ich werde morgen schon nach Entebbe fahren und mir “Lake Victoria” ansehen. Freitag morgen holt mich Isaac am Hotel ab und los gehts zum Flughafen!
Ich muss schon am 11.03 zurück nach Deutschland. Es hat nichts mit mir zutun, nichts mit hier oder der Organisation. Daher kann ich den Grund nicht nennen. Ich kann nur soviel sagen- ich werde in Dt gebraucht.. Ich muss also einen Monat früher zurück. Wer hätte das gedacht- zum Glück habe ich eine Reiserücktrittversicherung abgeschlossen Das ist das einzig Gute an der ganzen Geschichte- die war nicht umsonst hahah..
Was das Hope Center angeht, werde ich euch weiterhin auf dem laufenden halten! Ansonsten kann man auch auf die Homepage der Organisation gehen. Isaac ist ständig am Updaten und an PC- Arbeiten….

Siebte Woche, 21.02/ erster Beitrag

Hallo ihr Lieben,

Donnerstag bin ich früh morgens mit dem Taxi los nach Entebbe. Dort endlich angekommen, ging ich kurz ins Facebook online und hatte eine Nachricht von Sophia: “mein Flug wurde gestrichen- Istanbul Schneesturm”. Ich war erstmal echt frustriert- da sie ohne Reiseversicherung gebucht hatte, habe ich befürchtet- das wars- sie bekommt keinen zweiten Flug. Doch sie bekam dann einen Flug für Samstag auf Sonntag.
Ich lief dann zum Lake Viktoria. Mir wurde der Weg zum Strand zwar erklärt, aber ich bog zu früh ab und landete in einem schönen Dorf am See. Ich durchquerte das Dorf und fand einen Strand am See mit Fischerbooten und Holzhütten. Zwei Kinder waren grade baden, rannten ins Wasser und wieder raus und schauten mich erwatungsvoll an.
Ich setze mich in den Schatten (habe Sonnenbrand), las und schaute den Kindern zu. Später lief ich auf einen Hügel, mit einem leer stehendem Gebäude und einem Security man davor. Ich fragte ob ich ein Foto von hier oben machen dürfte. Er meinte nein, dass sei alles Privateigentum und es sei verboten, Bilder zu machen. Ich lief den Berg ein Stück weiter runter und machte dann ein Foto. Er rief mir hinterher, dass, wenn ich noch einen weiteren Fehler mache, er mich ins Gefängnis bringt 😀 Ich fragte ihn, ob ich das Foto löschen soll, er meinte ja. Ich tat so also würde ich es löschen, machte es aber nicht-so wie er die Kamera anschaute- schien er mir nicht in der Lage zu sein, mit einer Kamera umzugehen und zu kontrollieren, ob das Foto wirklich gelöscht ist:P
Ich machte mich auf den Rückweg. Im Hostel angekommen, entschied ich mich jetzt den richtigen Beach zu finden, dort was zu trinken und meinen Zeitungsartikel fertig zuschreiben (für ende Februar, Fuldaer Zeitung). Auf dem Weg dorthin, traf ich auf Sharon, eine nette Frau anfang Dreißig und schwanger. Wir liefen ein Stück zusammen, unterhielten uns und dann lud sie mich zu sich ein. Wir landeten in dem Dorf, wo ich vorher schon zum See gelaufen bin. Sharon hat zwei Kinder, das dritte ist unterwegs, aber von einem neuen Freund. Sie hat einen Beauty Laden-welcher auch gleich ihr Zuhause ist. Ihre zwei Söhne waren sehr süß, der jüngere von beiden traute sich nicht, mir hallo zu sagen. Zusammen schlenderten wir durch das Dorf und das Zentrum/Markt. Ich hätte sehr gerne Fotos gemacht.. aber mit einer fetten Kamera kommt man sich gleich viel fremder vor. Also bleiben es meine Bilder/Eindrücke und ich kann sie nicht mit euch teilen.. :))
Ich machte mich los zum Spennah Beach. Dort angekommen war ich ein wenig entäuscht. Eine runde Bar, daneben ein großes Dj Pult, laute Musik und paar junge Leute. Ich wollte eigentlich zum entspannen herkommen und Artikel und Bericht schreiben. Ein Typ kam auch gleich auf mich zu und lud mich auf meine bestellten Pommes und ein Bier ein. Ich nahm an, mir blieb auch nichtts anderes übrig, konzentrieren konnte ich mich hier nicht. Kurz bevor ich mich auf den Rückweg machte, gingen wir noch baden. Mir war dann eiskalt, der Typ ging mir mächtig auf die nerven und ich schaute nach einem Boda Boda. Gerade kam eines, aber mit einem anderen Typen, sagen wir Typen nummer 1 des abends, der mich hier treffen wollte. Ich meinte zu ihm, ich sei jetzt auf dem Rückweg und dass es mir leid tue. Er machte einen schmollenden, traurigen Eindruckt. Mir war es dann egal, ich nahm sein Boda Boda dankbar an, wollte los, da meinte der andere Typ er müsse mich safe zum Backpackers bringen und setzte sich mit auf’s BB. Na toll.. Beim Backpacker’s angekommen klopfte ich am Gate, Security machte mir auf und ich schlüpfte schnell rein. Todmüde im Bett- tyrannisierte mich Typ 1 mit Anrufen. Beim fünften Anruf sagte ich ihm meine Meinung und motze ihn regelrecht an.
Freitag ging ich morgens auf den Baeta Market- eher ein Market für Locals- aber interessant. Dann erst zum Wildlife Education Center- nicht unbedingt empfehlenswert- Leopard, Löwe, Hyiene und Wildkatze hatten zu kleine Gehege, liefen entweder am Zaun entlangen, hin-her-hin-er oder lagen dösend und gelangweilt im Schatten. Die Affen hatten es ganz gut und waren lustig. Ein paar Affen bewegten sich auch frei im ganzen Zoo.
Nach dem W. E. Center lief ich zum Botanical Garden, vielleicht 10 Minuten voneinander entfernt. Hier wurde mir gleich ein Guide angedreht. Ich nahm an und war auch ganz gut. Wirklich sehenswert und wenn man Zeit hat, kann man sich nach einem Rundgang schön in den Schatten eines tropischen riesen Baumes legen oder zum Strand gehen. Gegen 15:30 lief ich zurück. Es war sau heiß, ich immer noch mit Sonnenbrand, schon seit 6 Stunden unter der Sonne am laufen. An der Kampala Road angekommen, stieß ich auf ein paar schöne Läden. Ich kaufte zwei schöne Kerzenständer und eine Tasche, die ich nicht brauche. Hatte danach gerade noch genug Geld für den Transport zurück nach Mukono. Entschied mich also kein BB. zum Backpacker zu nehmen, sondern zu laufen. Wie gesagt, war sehr heiß- Ich hielt mir meine Tasche über den Kopf.. kurze Zeit später kam ein BB. angefahren und wollte mich mitnehmen. Ich:”no, money..” und grinse ihn dumm an: Er:”I give you a free ride”- nahm ich dankend an. Gegen 17:00 machte ich mich auf die suche nach einem Taxi nach Kampala undt trat meine lange Heimreise an ;))
War froh wieder Zuhause zu sein. Abel freute sich, dass ich wieder da bin.
Bin gerade mit Ben, Peter und Abel am Hope Center. Sie machen den Boden der Gebäude. Das Dach wurde auch weiter gebaut. Haben gerade meine Box mit dem Handy von Abel Koppeln können und jetzt geht Party 😉 Die freuen sich gerade riesig-
Abends wartete mein kleiner Freund wieder. Ich ließ ihn herein. Kurze Zeit später waren wieder 10 Kinder in unsrem Hof und wir tanzten. James, einer der älteren, und Abel wuschen meine Klamotten und James machte sexy moves. Ich hing die sauberen Klamotten dann auf. Spät abends kam Alf, wir kochten und tranken Bier und sind dann feiern gegangen (Alf, Abel, Isaac und ich)- bis 2:45 Uhr und machten uns dann los nach Entebbe zum Flughafen um Sophia abzuholen. Hat alles wie am Schnürchen geklappt und auf einmal stand sie vor mir 🙂 <3
Heute haben wir ausgeschlafen. Isaac und Abel haben French Toast gemacht. Isaac hat sogar frischen Saft gepresst. Morgens bis mittags hatten wir die Nachbarskinder bei uns und haben einen Teil der Klamotten und Spielzeug verteilt. Der andere Teil geht an die Schule. Dann sind wir zum Hope Center, waren in Kalagi mit Isaac Mittagsessen sind zurück, haben unsere Bude geputzt (Alf und Kinder sind super dreckig) und waren zum Sonnenuntergang auf dem Berg mit drei Jungs, James, Mathi und Name vergessen. War wieder großes Fotoshooting mit meiner Kamera angesagt 😛

Leider verspätet und ohne Bilder, haben Probleme mit PC und Internet…
Liebste Grüße,
Sophia und Charlotte

Siebte Woche, 1.03/ zweiter Beitrag

Hallo Ihr lieben,

am Hope Center haben wir diese Woche große Fortschritte gemacht. Peter und Ben haben an der Toilette und deren Bäder weitergemauert, die Dacharbeiten des einen Gebäudes sind vollständig abgeschlossen, sowie die Böden. Isaac hat sich sein Büro eingerichtet und bald kann es los gehen.

Dienstag waren wir alle zusammen feiern. Sophia und ich haben Ben und Peter auf ein paar Bier eingeladen, weil die beiden ja nur den Transfer bezahlt bekommen. Die harte Mauerarbeit machen sie freiwiilig. Ben war ziemlich schnell ziemlich betrunken. Trotz seiner Größe- ich weiss nicht ob oder wieviel sie schon getrunken hatten, bevor wir in den Club kamen, aber ich habe ihm nur zwei Bier ausgegeben.. mein Dank dafür war, dass ich ihn die ganze Nacht mit Wasser versorgen durfte. Aber er war total süß und dankbar. War eine schöne Nacht mit allen.
Am nächsten Morgen um 10:00 war Schule angesagt.. haben uns die ganze Woche davon nicht erholen können. Sind ständig müde müssen aber früh aus dem Bett und gehen erst spät wieder rein^^
In der Schule war es diese Woche besonders schön. Erstmal natürlich weil wir Sophia haben und zweitens weil wir angfangen haben zu malen. Sophia hat viele Wasserfarben und Wachsmalstifte von uns Zuhause, also Annette Flemming, Herr Fentrop und Kleinsassen, mitgebracht- riesen Dankeschööön!!! Die Kinder haben sich unendlich gefreut und sagen immer wieder “Thank you, thank you for colours”.

 

 

Schilderung der ersten Kunststunde:
alle unsere Schüler, also P3, sitzen ausnahmweise erwartungsvoll und gespannt auf ihren Bänken. Wir verteilen Papier und Wachsmalstifte. Ich habe ein Bsp. Bild gemalt, um zu zeigen, was man alles mit den Farben malen kann. Die Kinder wussten erst nichts mit den Farben anzufangen, nahmen sich ihre Bleistift und fingen an zu zeichnen. Ich nahm die Hand noch sehr zurückhaltenden Schülers, Christpoher, gab ihm einen Wachsmalstift in die Hand und führte diese dann. Er strahlte. Alle anderen machten es nach. Schon nach wenigen Minuten waren alle wie aufgewacht. Besonders fiel mir das an Christopher auf. Er war ein plötzlich ein total anderer Junge. Nicht mehr der schüchterne Junge von zuvor, sondern mutig und aufgeweckt. Er lachte, plapperte und zeigte mir immer wieder stolz seine Bilder. Ich holte Blätter von draußen, legte sie unter Papier und malte drüber, die Kinder staunten, was da jetzt auf dem Blatt Papier zu sehen war und ich musste immer wieder raus, neue Blätter holen.
Jeden Tag haben wir jetzt Malstunde gegeben. Mit Baby Class, P1/2 nur mit Wachsmalstiften, mit P3 auch mit Wassermalfarben. Gibt immer ein kleines Caos, weil wir zu wenig Wasser haben, keine Schwämme o.ä wo man den Pinsel abtrocknen kann.. aber es macht großen Spaß.
Mittwoch hatten wir Sport mit allen. Wir brauchten mehr Springseile, also sind wir mit der ganzen Schule zum HopeCenter gerannt und haben sie geholt. Ben, Peter und Abel haben nicht schlecht geschaut als wir mit 60 Kindern angerannt kamen. War aber Teil des Sportunterrichts und natürlich von vornherein eingeplant.. 😉 Freitag ist immer Religionsunterricht. Sophia und ich mussten ein Lied vorsingen:” He’s got the whole world in his hands”. War sehr peinlich, das Lied ist eintönig und langweilig.. vorallem nach den Liedern, welche die Kinder davor gesungen hatten, aber es ist eben sehr christlich. Dienstag und Donnerstag unterrichteten wir Deutsch an der Secondary. Gibt nicht viel zu erzählen, außer dass sie mich vermissen werden, sich aber freuen, dass ich von Sophia für weiter 1-2 Wochen ersetzt werde.
Freitag machten wir uns nach der Primary schnell los nach Jinja und von da aus zu den Itinda Falls. Die Fahrt nach Jinja war wieder super anstrengend. Vor Jinja wird die Straße gebaut und der Stau ist wahnsinnig groß und wie sich die Fahrer dort versuchen durchzuschlängeln, ist noch viel wahnsinniger. Endlich angekommen, erwartete uns eine 40-50 minutige Boda Boda Fahrt. Wir düsten durch die Dörfer, an Feldern vorbei, Berg hoch, Berg runter- wieder hoch usw. Angekommen, mussten wir teuer Eintritt bezahlen. Zusammen 80.000 UGX. Das sind ca. 20 Euro. Wir gaben 100.000 UGX und der Typ wollte 20 behalten, dafür, dass er uns rumführt. Ich erklärte ihm, dass wir keinen blöden Guide brauchen, sondern allein zurecht kämen und außerdem sonst kein Geld für die Rückfahrt haben würden. Wir liefen mit unserem Boda Boda Fahrer, übrigens namens Wibae, los und fanden uns auch super zurecht. Wibae entpuppte sich zu einem echt netten und angenehmen Mann und Begleiter. Die Itinda Falls waren wunderschön. Ich liebe Wasser, noch mehr liebe ich Wasser in Mengen und wenn es in Bewegung ist. Ich könnte Stunden, wenn nicht Tage damit verbringen, in den Strom zu schauen und dem rauschen zu lauschen. Wir liefen an dem Fluss entlang, bis wir zu einer ruhigen Stelle kamen mit zwei badenden Kindern und einem Fischer sahen. Der Fischer bot uns seine frisch gefangenen Fische an. Wir überlegten kurz, war schon ein reizendes Angebot, aber wir wussten, dass Abel bereits für uns Zuhause Chapats and Salats vorbereitet. Also bot ich Wibae an, ihm einen Fisch zu kaufen. Er freute sich sehr und bedankte sich noch den ganzen Abend: “thank you, what you have done for me”.
Wir setzten uns ans Wasser, den Sonnenuntergang vor uns, holten unseren Wein, Tabak und Chips raus und konnten es garnicht glauben, wie schön uund perfekt es gerade war. Wir boten Wibae alles an, er nahm Wasser und Chips dankend an.
Zu bald mussten wir schon los. Alle drei glücklich und zufrieden auf dem Rückweg- doch pllötzlich macht das BB. schlapp. Wir hatten Glück, weil wir kurz zuvor gesehen hatten, dass sich ein Freund Wibaes gerade mit dem Auto auf den Weg zu nächsten Stadt aufmachte. Also standen wir kurz am Graben und warteten. Da kam der Freund schon mit einem Jeep und paar anderne Männern angefahren. Wibae hielt ihn an und sie besprachen irgendwas, schließlich sollten wir einsteigen und mussten den armen Wibae in seinem Unglück allein lassen. Ich gab ihm trotzdem den vollen Preis, obwohl wir gerade mal 1/4 des Weges hinter uns hatten. Es gab nicht genug Plätze, aber die Gentlemen’s übergaben uns ihre und rückten in den Kofferaum. Oma und Annette würden jetzt sagen, wir seien lebensmüde gewesen, spät abends in einen Jeep mit großen, starken, fremden Männern zu steigen, aber wir waren uns der Lage bewusst und hatten sie voll im Griff. Man merkte einfach, dass die Männer keine Hintergedanken hatten.
Von dem nächst größeren Dorf nahmen wir ein Taxi, diesmal aber ein normaler Combi. Der Fahrer teilte sich seinen Sitz mit einem anderen Mann…vorne sassen also vier Leute…Sophia und ich tauschten nur einen kurzen Blick und mussten grinsen. In Jinja nahmen wir ein normales Taxi nach Mukono, dann ein BB. und endlich, endlich Zuhause- natürlich wieder voll verspätet. Abel hat mit dem Essen auf uns gewartet.

Samstag sind wir wieder um 7:00 Uhr morgens aufgestanden und machten uns auf in Abels Heimat zu einer Hochzeit von einem seiner Brüder, irgendwo in einem Kaff namens Buyana, weit entfernt-wirklich weit entfernt. Wir waren vier Stunden unterwegs. Dort angekommen wurden wir den ganzen Tag herumgeführt und vorgeführt. Wir waren eine große Attraktion, aber wir fühlten uns ein wenig blöd…wie Abels Puppen. Aber unser wohlbefinden war heute nebensächlich. Das Wichtigste war, dass wir eine große Freude für Abel’s Familie waren und besonders für Abel war es eine Ehre. Das Problem war, dass wir den ganzen Nachmittag damit verbrachten, von einem Dorf ins andere zu fahren, um danach wieder zurückzufahren und das alles zu viert auf einem BB mit Abel und einem von Abels älteren Brüdern. Beide stanken verboten heftig nach Schweiß. Sophia und ich in der Mitte waren mit den nerven am Ende. Wenn ich hinter Sophia saß, vergrub ich meine Nase in ihrem, lecker nach Shapoo richendem, Haar. Hätte ich das nicht machen können, wäre ich wahrscheinlich noch ausgerastet und hätte die mal schön über ihren Schweißgeruch informiert. Aber wir hielten unsere Münder und Nasen zu 😛 Der Abend verlief dann so, dass wir immer wieder flohen und uns mit gut riechenden Männern abgaben, von denen es genug gab.
Die Hochzeit an sich war sehr süß und interessant. Wir wurden herzlichst willkommen und wir hatten zwei Plätze reserviert bekommen auf der Seite des Brautpaars. Das Hochzeitpaar war sehr Jung und der Bräutigam war echt ein süßer udn er schien sehr glücklich.
Nach der Kirchenzerermonie trafen wir uns im Zuhause der Braut und dort feierten wir.
Wir wurden spät abends aufgerufen und sollten auf der Bühne vortanzen. Wir, total unvorbreitet und nicht warm getanzt, eher kalt gestanden, tanzten dann auf die Bühne rauf. Alle waren begeistert, weil sie wohl dachten, so weiße Stöcke wie wir könnten sich nicht bewegen- wir bewiesen das Gegenteil und wurden sehr gefeiert. Dann wurde ich vom Comediant gefragt was mein Lieblingslied sei, ich sagte :”pomini, pomini” und spätestens jetzt kreischten alle und freuten sich lauthals. Ich hatt einen Tanzpartner der seine Hüften zenmal schneller bewegen konnt als ich, aber es machte Spaß und das Publikum freute sich. Danach wurde nur noch getanzt. Später kam Abel und meinte, es sei nicht erlaubt wie im Club zu tanzen, was heißt kein Köperkontakt zu dem anderen Geschlecht zu haben… fanden alle ziemlich blöd, aber die Jungs/Männer waren kreativ und bildeten dann einen Kreis um uns und wir tanzten. Wenn Abel und sein Bruder nicht da waren, wurde auch richtig getanzt. Kam Abel… waren wir alle brav. Am liebsten tanzte ich mit den jüngeren Jungs, so 12-14- Sie tanzten am coolsten und ich fühlte mich nicht bedrängt. Es hat wirklich Spaß gemacht. Wenn ich nach Deutschland zurück komme, wird das Tanzen, das erste sein, was mir unheimlich fehlen wird. Kein Mann kann so tanzen wie die Jungs und Männer hier. Natürlich werden wir auch in Dt nicht so sehr gefeirt wie hier und man muss sich wieder daran gewöhnen, dass man für die Menschen (meisten) nichts besonderes ist. Hier erleben wir das totale Gegenteil.
Wir mussten leider schon um 2 Uhr morgens zurück, da Abels Vater uns fuhr. Und das mit einigen seiner Familienmitglieder (er hat vier Frauen und um die 14 Kinder). Er hatte einen kleinen Truck. Es dauerte 30 Minuten bis wir alle unseren Platz gefunden hatten, weil solange gequetscht wurde, bis alle auf die Ladefläche passten. Wir saßen am Rand mit Kindern auf dem Schoß und los ging es. Ich saß neben dem Bräutigam und wir unterhielten uns kurz. Er ist 22 und der Sohn von Abels Onkel und somit hier auch ein Bruder von Abel. Abel hat auch 4 Mütter, weil alle Frauen von Abels Vater, seine Mütter sind. Sie leben alle im gleichen Dorf und es scheint kein Problem zu sein, miteinander auszukommen. Der Bräutigam sagte mir, er sei überglücklich. War sehr süß. Sophia udn ich haben mit meiner Kamera heute alles fotografiert und das Brautpaar wünscht sich ein paar Fotos. Mal schauen wo wir die ausdrucken. Übernachtet haben wir bei Abels Tante.

P.S: Abels Vater hat nicht 14 sondern 40 Kinder mit 4 Frauen. Habe ich falsch verstanden, oder konnte es nicht glauben…

Bericht von den letzten zwei Wochen in Uganda

Seitdem klar ist, dass ich früher zurück nach Deutschland fliege, haben Sophia und ich viel unternommen. Wir waren an den Schulen tätig, ich wollte soviel Zeit wie möglich mit meinen Schülern verbringen, gleichzeitig aber auch noch andere Dinge unternehmen und soviel von Uganda sehen wie ich eben konnte. Wir sind also früh aufgestanden und spät ins Bett gekrochen. Das haben wir zwei Wochen durchgehalten, bis ich so übermüdet war, wie noch nie in meinem Leben. An meinem letzten Tag an der Schule haben Sophia und Abel den ganzen Vormittag 100 Chapats für die ganze Schule gemacht. Die Kinder haben sich so gefreut mal was anderes als Posho und Bohnen zu bekommen und haben sicAn dem Morgen, an dem wir uns mit Isaac nach Fort Portal aufmachten, ging bei mir eigentlich gar nichts mehr. Im Taxi nach Kampala merkte ich, dass meine Mandeln geschwollen waren. Von Kampala nahmen wir einen Bus (Firma „Link“) nach Fort Portal (Osten Ugandas). Der Bus war schon voll, es dauerte trotzdem eine halbe Ewigkeit bis er losfuhr. Wir hielten noch an 3-4 Tankstellen in Kampala und es schien, als würden alle Vorbereitungen wie Tanken, Öl checken etc. erst jetzt gemacht werden. Bis wir dann endlich wirklich losfuhren, waren zwei Stunden verstrichen. Unsere Mitfahrer regten sich auf und fragten was das soll, blieben aber an sich ruhig und friedlich. Meine Sitznachbarin, wir hatten uns schon ausführlich ausgetauscht, sie weiß mittlerweile alles über mich und ich über sie, meinte, dass die Fahrgäste auf meiner Busfahrt nach Nairobi nicht so entspannt reagieren würden- die hätten den Busfahrer o. andere Mitarbeiter der Busgesellschaft schon längst geschlagen 😀 Ich meinte nur, dass ich gerade nicht viel einzuwenden hätte, würde jemand- egal wie- dafür sorgen, dass der scheiß Bus losfährt 😀 Die Busfahrt war sehr lange und ich wurde immer schwächer. Wir besuchten einen Freund, Yoweri Balibethai von Isaac, der auch einige soziale Projekte in dem Dorf Rubona, mit 400 Einwohnern, durchführt. Plan war, diese Projekte anzuschauen und zu überlegen, ob Isaac mit Ihnen zusammen arbeitet bzw. Sponsoren für die Organisation organisieren kann. Angekommen, hatte ich mir erhofft mich gleich in ein Bett zu legen und nichts mehr zu machen. Aber nein, wir gingen ernsthaft erst in sein Büro und er fing an zu erzählen- nach fünf Minuten fing ich an zu heulen :D. Das war mir sehr unangenehm, Isaac war auch überrumpelt. Mein Bett wurde schnellstmöglich bezogen und ich hinein befördert 😛 Sophia und Isaac schauten sich das Dorf, die Umgebung und die Projekte an. Yoweri Balibethai, ist der Direktor dieser Organisation und ich habe ihm versprochen, über seine Arbeit zu berichten. Er wünscht sich für die Zukunft auch Volunteers. Da ich krank war, habe ich keine Projekte gesehen, weiß aber von Sophia, dass sie eine Schreinerei haben, Männer zu Mechanikern ausbilden, Handarbeiten herstellen, Näherinnen ausbilden und eine Schule haben immer wieder bedankt.

Am nächsten Tag ging es mir nicht viel besser. Wir entschieden uns in die nächste Stadt zu fahren, dort einen Arzt aufzusuchen, mir Medizin zu kaufen um mich auf Vordermann zu kriegen und dann zum Queen Elisabeth National Park zu gehen. Schlussendlich waren wir bei keinem Arzt, aber in einer Apotheke. Wir kauften mir Antibiotikum (war eigentlich strickt dagegen, wurde aber überredet und hatte keine andere Wahl) und noch zwei andere Pillen. Wir hatten Glück im Unglück- wir fanden kein Taxi welches zum QNP fuhr, also mieteten wir uns ein Auto mit Fahrer. Für mich war es das Beste, was mir passieren konnte. Am Park angekommen, wären wir ohne Auto auch ziemlich verloren gewesen. Dort kommt man nur mit dem Auto von A nach B. Ich wusste das eigentlich auch, ich habe aber nicht geschaltet (war krank und auf Drugs) und mich ehrlich gesagt auf Isaac verlassen. Aber er entpuppte sich als ein wenig verplant -was mir eigentlich sympathisch ist, nur nicht an diesem Tag- und er hatte die ganze Zeit große Entscheidungsschwierigkeiten. Das hatte zur Folge, dass wir viel rumstanden, warteten diskutierten o. nichts taten-sehr anstrengend in meinem Zustand 😛 Wir machten eine überteuerte zweistündige Bootsfahrt. Ich kann mich nicht entscheiden ob sie einfach ultra langweilig war, oder sehr entspannt… Ich hing aber eh die meiste Zeit rum, am Ende lag ich oben auf dem Deck am Boden..Wir sahen Buffalos und Nilpferde die am Wasser relaxten, Vögel, ein kleines Krokodil, Elefanten und ein wunderschönes Fischerdorf. In einem Fischerdorf, abgelegen von allem- würde ich gerne leben wollen (es müssten aber meine wichtigsten Menschen mitkommen).

Wir nahmen uns die billigste Unterkunft, die aber sehr in Ordnung war! Abends bin ich nach dem Essen alleine zurück um mich schlafen zu legen. Es erwarteten mich mind. fünf Elefanten in unserem Garten. Ich schlich zu meiner Tür, diese wollte nicht aufgehen. Dann kam eine Elefantenmutter mit Kind auf mich zu. Ich hörte sofort auf an meiner Tür rumzufummeln und stand still. Sie bog kurz vor mir rechts ab, Richtung Toilettenhäuschen- ich traute mich nicht mehr auf die Toilette! Ich stand noch ein bisschen verdattert vor meinem Zimmer und beobachtete die anderen Elefanten und hielt Ausschau nach einem Löwen, weil es die ganze Zeit so verdächtig brummte und schnaufte- man soll nachts auch nicht raus, da man von einem Löwen überrascht werden kann.. Wie ich so allein da stand kam ein Mitarbeiter auf mich zu, sah aus wie einer von den Guide’s und fragte mich ob ich Ok sei. Ich bejahte und berichtete ihm. Er fragte mich ob er mit mir komme soll, damit ich die Elefantenmutter mit Baby nochmal sehen kann. Ich hatte eigentlich genug, sagte aber ja. Elefantenmutter und Kind waren im Busch verschwunden, man hörte nur noch Geraschel. Ich machte mich auf den Rückweg, der Guide fing an mich zehnmal rechts-links-rechts-links zu umarmen, stoppte am ende in der Mitte und meinte „I love you“, machte einen Knutschmund und zog mich an sich. Ich riss mich los und machte mich schnell vom Acker. Da kam mir ein Elefant entgegen, der Typ schreit mir noch hinterher: “ELEFANT!“. Der Elefant hat sich mit voller Wucht umgedreht und rannte davon- fast gegen unser Auto (unser Fahrer hat es später noch weggefahren, als es ihm zu „Elefantig“ wurde). Am nächsten Morgen standen wir um 6 Uhr auf, um möglichst viele Tiere zu sehen, da sie morgens alle zum Wasser gehen und trinken. Wir fuhren einem Reisebus hinterher, da wir keinen Guide hatten und somit keine Ahnung wo die Tiere sich um diese Zeit aufhalten würden. Es hieß, der Reisebus würde die Löwen aufsuchen- wir waren davon begeistert- sahen dann aber Keine. Wir sahen sehr viele schöne Gazellen grasen und Elefanten die vor uns die Straße überquerten, sodass wir dann anhalten mussten. Das erste Mal stiegen wir begeistert, bewaffnet mit Kameras und Handys aus dem Auto aus und gingen auf die Elefanten zu. Es waren bestimmt 10-15 Tiere und viele süße Jungtiere. Der letzte Elefant, machte eine plötzliche Bewegung auf uns zu, wir rannten erschrocken und panisch zurück ins Auto. Unser Fahrer fuhr schon rückwärts und schrie „get in the car, get in the car!“ und wir sprangen ins fahrende Auto und lachten uns kaputt, als uns klar wurde, dass der Elefant nicht weiter vor hatte uns zu verfolgen und zu töten :D. Wir verbrachten eine Nacht in Fort Portal und machten uns am nächsten Morgen auf den Rückweg. Zuhause angekommen, sprang mir Jonathan (mein kleiner) in die Arme und kam wie selbstverständlich wieder mit zu uns. Kurz darauf waren wieder die Nachbarskinder bei uns und wir haben zusammen, wie so oft, im Hof getanzt. Samstag veranstaltete Isaac einen Informationstag mit anschließenden Health-Care Workshops für alle Bewohner, vorwiegend für die Schüler der Secondary, von Kasala im Hope Center. Zu Beginn versammelten sich die Creme de la Creme in Isaacs Büro: Chairman (Dorfvorsitzender), Bürgermeister des Districts, ein Vertreter des Königs und zwei Frauen aus dem Vorstand der Frauengruppe. Isaac stellte ihnen den 10-Jahresplan seiner Organisation vor. Das Dorf und der Vorstand des Dorfes müssen ja am Ende mit allem einverstanden sein und über die Projekte und über deren Entwicklung und Durchführung informiert werden.

– Das Gespräch fand auf Uganda statt, somit habe ich nicht viel verstanden, aber die Gesten sprachen Bände.. das konnte ich nur als große Begeisterung und Zustimmung deuten. Am Nachmittag gab es ein Sanitär Workshop, in Zusammenarbeitet mit Bughoka Womens Developement Organisation: https://www.facebook.com/SENDSANITARYPRODUCTSTOWOMENSNEEDS?pnref=story

Samstag Abend waren wir ein letztes Mal feiern. Ben, Peter, Andrew und noch ein Freund kamen zu uns, danach gingen wir in einen Club. Es war ein schöner Abschied, auch wenn ich noch zu kränklich unterwegs war um so zu feiern wie ich es gerne getan hätte 😉 Wir sind gegen 2:30 schon Nachhause. Am nächsten Tag habe ich angefangen zu packen. Es zog sich in die länge, weil die Nachbarskinder immer wieder reinkamen und ich mich abgelenkt haben. Nachmittags sind wir zum Pool im Africa Village gegangen und haben Rony ca. 11 Jahre, einer unserer Nachbarn, mitgenommen. Andrew (ein Freund) und ich haben Rony versucht das Schwimmen beizubringen. Er war überglücklich.

Montag bin ich nochmal zur Schule gegangen und habe mich verabschiedet. Die Kinder wollten unbedingt nochmal mit mir rennen, also sind wir alle von der Schule zum Hope Center gerannt mit großem Gejubel und Gekreische. Der Abschied war nicht leicht… Um 16 Uhr machten wir uns auf nach Kampala, von wo um 20 Uhr mein Bus nach Nairobi ging. Ich verabschiedete mich von Scovia und Abel. Abel war wahrscheinlich überfordert und konnte nicht mit der Situation umgehen. Er saß vor dem Fernseher und aß als ich reinkam und meinte ich würde mich jetzt aufmachen. Er saß da, mit seiner Schüssel in der Hand und winkte. Ich sagte nur wie so oft: „stupid Abel“ und „stand up“. Er stand auf und ich umarmte ihn und machte ihm nochmal klar, dass ich ihn nicht vergessen werde, weil das seine größte Angst war und er immer wieder nachfragte: „will you remember me?“. Scovia weinte und wäre ich noch eine Sekunde länger geblieben, hätte ich mich ihr angeschlossen. Sie ist eine sehr gute Freundin geworden. Für sie war der Abschied besonders schwer, das sie darauf hoffen muss, dass ich wieder komme. Sie hat keine Möglichkeit, mich in Deutschland zu besuchen (sie hat mir über Sophia eine Sprachnachricht hinterlassen. So entzückend, wir mussten lachen. Jedenfalls bedankt sie sich für alles. Bei allen die Sophia’s und mein Projekt unterstützt haben. Sie liebt euch alle;)). Die Busfahrt an sich war ok. Außer das ich nach dem Border für 9-10 Std. keine Möglichkeit mehr hatte, eine Toilette aufzusuchen. Dank Harry, ein neuer Freiwilliger für Beacon of Hope, hatte ich den Kontakt eines vertrauenswürdigen Taxifahrers. Dieser holte mich in Nairobi ab. Fuhr mich zum Masaai Market. Hier konnte ich nur schauen und nichts kaufen. Da meine Bankkarten nicht funktionierten, musste ich einkalkulieren wie viel Geld ich für einen Tag in Nairobi brauchen würde. Shoppen war nicht mit drin (waren aber schöne Dinge dabei!!!), was schwer war, weil ich von den Verkäufern bedrängt wurde.. Ich bin dann geflohen. Zurück in meinem Taxi sagte mir mein Taxifahrer, dass ich bei einer Freundin von ihm die Zeit bis zu meinem Flug überbrücken könnte und er mich abends dort abholen würde, um mich zum Flughafen zu bringen. Ihm war es wohl nicht geheuer, mich in einem billig Hostel abzusetzen. Die Freundin lebte zusammen mit ihrer Schwester und ihrem Sohn in einem angenehmen Viertel, außerhalb der Stadt in einem Zimmer von ca. 18qm. In diesem Raum waren Küche, Wohnzimmer sowohl als auch der Schlafbereich. Für mich war es perfekt. Die Frau war sehr nett und süß und der Sohn sowieso. Ich konnte mich frisch machen, bekam essen und legte mich mit dem Kleinen zum schlafen hin. Um 19 Uhr wurde ich abgeholt und zu einem luxuriösen äthiopischen Restaurant gebracht. Dort konnte ich meine restlichen Kenia Schillinge gut loswerden. Es war wirklich lecker! Danach ging es auf zum Flughafen und dann ab nach Deutschland. Erst als ich im Flugzeug saß, konnte ich entspannen. Ich dachte mir die ganze Zeit, dass mein Tag zu perfekt ablief und irgendwas noch schief gehen müsste. Der Flug war angenehm, die Ankunft war schön, aber auch seltsam und komisch. Nur weil ich jetzt nicht mehr in Uganda bin, heißt es noch lange nicht, dass ich aufhöre mein Projekt weiterzuführen. Im Gegenteil: Sophia war ja schon von Anfang an dabei, hat mir mit allem geholfen und jetzt haben wir zusammen ein neues Projekt entworfen. Auf die Idee kam ich schon in den ersten Wochen meinen Aufenthaltes. Ein Junge aus meinem Bezirk, James, hat mir erzählt, dass er sich die Schule nicht finanzieren kann. Wie wir wissen, ist das nichts Seltenes. Ich habe da schon mit dem Gedanken gespielt, für James ein Sponsor zu werden oder viel besser, jemand anderen zu finden. Ich hatte dann so viel zutun, dass ich die Idee erstmal nicht weiterverfolgen konnte. Als Sophia dann kam, hat sie es in die Hand genommen. Schon in der ersten Woche traf sie sich mit James und seiner Mutter und ging mit James zur Schule um alles weitere zu klären. Ab hier lass ich Sophia selbst berichten: Als mein kleine große Schwester abreiste, war ich erstmal ganz schön geknickt. Wir hatten eine wunderschöne, unvergessliche Zeit- ich bin sehr glücklich und dankbar, dass wir all das zusammen erleben durften. Aber schon am nächsten Tag war keine zeit mehr für Trübsal, denn der neue Alltag forderte mich kräftig heraus- so viel zu tun…viel Zeit hatte ich ja auch nicht mehr. Ich habe die Primary P3 von Charlotte übernommen und ebenfalls auf englisch in Englisch, Mathe, Lesen und Schreiben unterrichtet. In der Secondary unterrichtete ich Deutsch. Es hat mir sehr viel Spass gemacht und die Schüler habe ich alle ins Herz geschlossen. Einen Jungen ganz besonders: David. Er ist einer der besten Schüler unserer Klasse gewesen. Er fehlte plötzlich 2 Tage hinter einander…ich fragte wo er ist, mir wurde gesagt, er könne nicht zur Schule kommen, da seine Mutter die Schoolfees nicht für all ihre Kinder zahlen kann. Das hat mich sehr traurig gemacht, weil er so gern und gut gelernt hat. Da Charlotte und ich schon für James, unseren Nachbarsjungen die Idee hatten einen Sponsor zu finden, dachte ich mir, na gut, dann find ich eben für David auch einen! Ich machte Moreen, einer der Lehrerinnen, den Vorschlag, für David ein Profil zu erstellen, um zu versuchen ihm eine finanzielle Unterstützung zu finden. Dann sagte sie, es gäbe noch 27 weitere „Pupils in need“. So entwickelte sich mein nächstes Projekt. Ich interviewte jeden kleinen Schüler einzeln und unterhielt mich mit deren Eltern- jedenfalls mit denen, die es sich einrichten konnten, mich in der Schule zu einem Gespräch auf zu suchen. Übersetzt hat Moreen. Die Profile sind in Arbeit- ich werde sie hier über Charlottes Blog veröffentlichen. Ausserdem lernte ich, wie einige schon wissen, in meiner letzten Woche dort, die kleine Hannah und ihre Familie und deren Schicksal kennen. Dieses kleine süße Wesen eroberte mein Herz innerhalb kürzester Zeit. So war ziemlich schnell klar, dass ich hier ein weiteres Projekt gefunden hatte 😉 Überrascht und unglaublich dankbar erlebten wir mit unserer kleinen Spendenaktion einen recht großen Erfolg und tolle Hilfsbereitschaft aus Deutschland!

Dann erfuhr ich, dass Mohammed, einer unserer Schüler, an Syphilis im 3 Stadium erkrankt ist. Allein sein Anblick tat weh. Seine Beine und vor allem die Füße sind wund und ganz steif. Ich hielt Rücksprache mit Charlotte in Deutschland und noch am selben Abend schrieb ich den zweiten Spendenaufruf. Auch hier wurde überraschend zeitnah und großzügig gespendet! Heute war er zur ersten Behandlung im Krankenhaus. Begleitet haben ihn seine Lehrerin Margaret und unsere gutherzige, engagierte Scovia!

Spendenaufruf Mohammed:

Wenn es nicht so dringend wäre, würd ich nicht schon wieder um Spenden bitten. Diesmal geht es um SSekidde Mohammed, ein Schüler aus Charlottes und meiner Klasse P3. Er ist 9 Jahre alt, lebt bei seiner Oma, sein Vater ist gestorben, seine Mutter lebt weit weg in der Stadt Kampala mit seinen beiden jüngeren Geschwistern. Mohmmed ist an Syphillis erkrankt. Er leidet nun schon sehr lange darunter- mitlerweile hat die Krankheit schon das dritte Stadium erreicht. Er klagt kaum, er ist eher ein sowas von witziger Kerl, abermman sieht ihm seine Schmerzen an. Hin und wieder sagt er: “Teacher, teacher I have pain!” Seine Oma kann ihm keine Behandlung mehr bezahlen. Sie haben verschiedene Therapien begonnen, konnten sich jedoch nie eine komplette Behandlungsphase leisten. Zur Zeit wird nichts mehr unternommen. Die Zeit drängt, seine Knochen sind sehr angegriffen, dies verhindert eine gesunde Entwicklung seiner Beine usw…die größte Angst hat er davor, dass man ihm seine Beine abnehmen muss und, dass die Krankheit sein Gehrin und sein komplettes Nervensystem angreift. Es gibt hier in der Nähe, in Africa Village, ein Krankenhaus, welches Syphilis behandelt. Wenn wir 75 euro zusammenkriegen, können wir ihm die 8- teilige Behandlung, plus Transferkosten für den Hin- und Rückweg ermöglichen. Er wird mit einer bestimmten Injektion behandelt, welche die Syphillis in seinen Knochen bekämpft (soweit ich verstanden habe mit Penicillin und Antibiotika). Ich habe mit Margret, einer Lehrerin hier, darüber gesprochen. Sie ist bereit ihn zu den insgesamt 7 Behandlungen (2 Injektionen werden schon während der ersten Behandlung gespritzt) ins Krankenhaus zu begleiten, da seine Oma dazu nicht mehr in der Lage ist. Das Geld werde ich morgen selbst schon vorstrecken- damit sofort begonnen werden kann…muss wirklich schnell gehen und da ich morgen schon auf dem Rückweg nach Deutschland bin, ist keine Zeit zu verlieren. Falls jemand der gestern schon für Hannah gespendet hat und einen Teil davon für Mohammed verwenden möchte- einfach kurz bescheid sagen 🙂 Herzlichen Dank für eure Aufmerksamkeit!

 

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